Übersichtskarte

Galapagos - Auf den Spuren von Charles Darwin

Donnerstag, 18.08.2016

Nach zwei Stunden Schlaf ging es dann zum Airport in Los Angeles. Wir hatten schon gehört, dass unsere Fluggesellschaft Delta einen weltweiten Systemausfall habe und wir haben uns auf das Schlimmste eingestellt. Nein... Hatten wir nicht. Wir konnten es nicht glauben, was wir am Flughafen vorfanden. Tausende Leute, die in Schlangen standen und am Rande des Wahnsinns waren. Wir haben uns mit Leuten unterhalten, die seit über 30 Stunden am Flughafen rumgammeln und nicht wissen, wie und wann sie wegkommen. Das Einzige was man tun konnte, war sich irgendwo anzustellen. Ein online Check-In war nicht möglich, aber wir waren ganz gewitzt und wollten uns natürlich nicht anstellen, deshalb haben wir den Check-In an einem der Automaten versucht. Vergeblich. Unser Reisepass wurde nicht gescannt. Auf Hilfe warten, war verschwendete Zeit bei dem Kuddelmuddel. Also waren auch wir gezwungen uns um 3 Uhr nachts in den Menschenwald zu begeben. Kein Plan, welche Schlange für was war. Das ging den Delta Mitarbeitern leider auch so. Wir haben uns am kleineren Übel angestellt, bei dem man das Gepäck los wird. Ganze 2 Stunden standen wir da: Übermüdet, hungrig und durstig. Als wir dann fast den Schalter erreicht haben, fragte uns eine Drachenlady von Delta, wo denn unser Wisch vom Check- In sei. Als wir erklärt haben, dass alle Automaten defekt sind, hat sie nicht ganz verständnisvoll reagiert und uns aus der Warteschlange gezogen. Aaaaahhhh... Dann waren auch wir kurz vorm durchdrehen, gerade weil unser Flug zu dem Zeitpunkt in 30 min los ging. Der Drache meinte, wir bräuchten einen Special Service und sollen uns dort anstellen. Also watschelten wir den Halbmarathon zu dem Anfang dieser Warteschlange. Die Menschen, die bereits weit vorne waren, warteten dort schon seit 5-6 Stunden und uns wurde schnell klar, dass das mit unserem Flug nichts mehr wird. Jede halbe Stunde, die verging wurde die Panik größer, dass unser Galapagosrtrip dank Delta ins Wasser fällt. Doch dann kam eine gute Nachricht. Unser Flug hatte 2 1/2 Stunden Verspätung. Dann hörten wir von anderen Mitleidenden Fluggästen von einer anderen Warteschlange an einem anderen Schalter. Wir hatten uns entschieden uns aufzuteilen. Unsere Idee hat sich schnell als Glanzleistung herausgestellt und wir hatten endlich unsere Flugtickets. Schnell durch die Sicherheitskontrolle und was ekliges und überteuertes zum Essen besorgt. Dann hatten wir 15 min Zeit für ein Nickerchen auf dem Boden am Gate. Dann gings endlich los nach Atlanta. Uns war klar, dass der Anschlussflug nach Quito mal wieder eine sehr knappe Sache werden wird und hatten uns schon wieder auf einen Sprint eingestellt. Dank der bekacktesten Airline der Welt, hatten wir immer noch nix Richtiges gegessen und rannten um unser Leben. Doch auf Delta ist Verlass. Natürlich war der nächste Flug auch nicht pünktlich und hatte ebenfalls 2 Stunden Verspätung. Um kurz vor Mitternacht kamen wir dann totmüde an. Wir waren sehr erleichtert es geschafft zu haben und unser Abholservice stand schon bereit. Um 2 Uhr nachts haben wir dann endlich das Hotel erreicht. Es war nicht irgendein Hotel, es war das Hilton. Es war uns total peinlich wie verzaust und gammelig wir da mit unseren Backpacks ankamen. Wir konnten es kaum erwarten in dieses wunderbar große weiche Bett zu fallen und uns ordentlich auszuschlafen. Wir waren soooo glücklich, als wir den ganzen Luxus gesehen haben. Dann klopfte der Portier und brachte uns einen Brief. Ach du Kacke!!!!!! Dann kam die Horrornachricht. In dem Brief stand, dass wir uns um 4 Uhr zum Frühstück treffen, da es um 4:30 Uhr Richtung Flughafen geht. Moment mal, zu diesem Zeitpunkt war es bereits 3 Uhr. Damit hatten wir das Hiltonhotelzimmer mit Kingsize Bett nur genau eine Stunde. Oh man! 

Nach einer Stunde Schlaf wartete ein riesiges Frühstücksbüffet auf uns, was wir natürlich auch nicht wirklich ausnutzen konnten. Wer hat schon um 4 Uhr nachts großen Hunger?! Die Gruppe hat direkt einen super Eindruck gemacht. Menschen aus der ganzen Welt, die sich mit der Galapagosreise einen Lebenstraum erfüllten. Logischerweise hatten wir somit alle etwas gemeinsam. Verschlafen gings wieder los zum Flughafen. Schon wieder. Und schon wieder stiegen wir in ein Flugzeug. Die letzte Landung war ja grade mal 6 Stunden her. Während des Fluges passierte dann was eigenartiges. Wir sind ganz plötzlich gelandet und waren aber immernoch über dem Festland Equadors. Sehr seltsam! Und dann stiegen noch jede Menge neue Passagiere dazu und es ging weiter. Wir waren alle ziemlich irritiert, weil angekündigt hatte den Zwischenstopp niemand. In Baltra (erste Insel auf Galapagos) gelandet,  mussten wir zunächst 100 Dollar "Eintritt" bezahlen. Schon eigenartig, da bezahlt man Eintritt für eine Insel. Zu dem Zeitpunkt fühlten wir uns das erste Mal wie im Jurassic Park. Konnte ja keiner ahnen, dass es noch besser werden würde als in einem Jurassic Park. Am Flughafen stand ein Bus, der uns einsammelte. Nach 10 Minuten Fahrt sind wir umgestiegen auf eine Fähre und schwups in den nächsten Bus über die nächste Insel. In Santa Cruz angekommen, stand Xavier mitten im Minihafen. Xavier war nicht von dieser Welt und unsere Bleibe für die nächsten Tage, welche nur mit Schlauchboot zu erreichen war. Erstmal gabs lecker Essen auf dem Boot, bevor es zurück an Land ging. Der erste Kracher der Galapagos Insel wartete auf uns und das wohl bekannteste Tier von diesem wundervollen Fleck der Erde: die Riesenschildkröte! Diese Tiere machen ihrem Namen nach alle Ehre und sind einfach richtig doll groß und wunderschön. Wir machten eine kleine Wanderung, um möglichst viel zu entdecken. Die meisten waren gerade dabei leckere Guaven zu verspeisen. Anschließend sind wir in eine Höhle geklettert, die alleine durch fließende Lava entstanden war. Bisschen gruslig, aber sehr spannend. Anschließend haben wir Laura an der einzigen Apotheke des Landes noch Sea-sick-Tabletten besorgt, damit sie die weiteren Tage nicht zum kotzen findet. Es stellte sich heraus, dass diese Pillen eine sehr gute Investition waren. Wir sind nämlich nach dem Abendessen todmüde in die Koje gefallen und sehr schnell eingeschlafen. Gegen Mitternacht ging’s dann aber los. Die ganze Nacht über sind wir mit Xavier über den Pazifik geschippert. Und es wurde mehr als wackelig. Kira wurde gefühlt sanft in den Schlaf gewiegt. Laura allerdings fühlte sich mehr wie in einer Waschmaschine eingesperrt.             

Nach zwei Stunden Schlaf ging es dann zum Airport in Los Angeles. Wir hatten schon gehört, dass unsere Fluggesellschaft Delta einen weltweiten Systemausfall habe und wir haben uns auf das Schlimmste eingestellt. Nein... Hatten wir nicht. Wir konnten es nicht glauben, was wir am Flughafen vorfanden. Tausende Leute, die in Schlangen standen und am Rande des Wahnsinns waren. Wir haben uns mit Leuten unterhalten, die seit über 30 Stunden am Flughafen rumgammeln und nicht wissen, wie und wann sie wegkommen. Das Einzige was man tun konnte, war sich irgendwo anzustellen. Ein online Check-In war nicht möglich, aber wir waren ganz gewitzt und wollten uns natürlich nicht anstellen, deshalb haben wir den Check-In an einem der Automaten versucht. Vergeblich. Unser Reisepass wurde nicht gescannt. Auf Hilfe warten, war verschwendete Zeit bei dem Kuddelmuddel. Also waren auch wir gezwungen uns um 3 Uhr nachts in den Menschenwald zu begeben. Kein Plan, welche Schlange für was war. Das ging den Delta Mitarbeitern leider auch so. Wir haben uns am kleineren Übel angestellt, bei dem man das Gepäck los wird. Ganze 2 Stunden standen wir da: Übermüdet, hungrig und durstig. Als wir dann fast den Schalter erreicht haben, fragte uns eine Drachenlady von Delta, wo denn unser Wisch vom Check- In sei. Als wir erklärt haben, dass alle Automaten defekt sind, hat sie nicht ganz verständnisvoll reagiert und uns aus der Warteschlange gezogen. Aaaaahhhh... Dann waren auch wir kurz vorm durchdrehen, gerade weil unser Flug zu dem Zeitpunkt in 30 min los ging. Der Drache meinte, wir bräuchten einen Special Service und sollen uns dort anstellen. Also watschelten wir den Halbmarathon zu dem Anfang dieser Warteschlange. Die Menschen, die bereits weit vorne waren, warteten dort schon seit 5-6 Stunden und uns wurde schnell klar, dass das mit unserem Flug nichts mehr wird. Jede halbe Stunde, die verging wurde die Panik größer, dass unser Galapagosrtrip dank Delta ins Wasser fällt. Doch dann kam eine gute Nachricht. Unser Flug hatte 2 1/2 Stunden Verspätung. Dann hörten wir von anderen Mitleidenden Fluggästen von einer anderen Warteschlange an einem anderen Schalter. Wir hatten uns entschieden uns aufzuteilen. Unsere Idee hat sich schnell als Glanzleistung herausgestellt und wir hatten endlich unsere Flugtickets. Schnell durch die Sicherheitskontrolle und was ekliges und überteuertes zum Essen besorgt. Dann hatten wir 15 min Zeit für ein Nickerchen auf dem Boden am Gate. Dann gings endlich los nach Atlanta. Uns war klar, dass der Anschlussflug nach Quito mal wieder eine sehr knappe Sache werden wird und hatten uns schon wieder auf einen Sprint eingestellt. Dank der bekacktesten Airline der Welt, hatten wir immer noch nix Richtiges gegessen und rannten um unser Leben. Doch auf Delta ist Verlass. Natürlich war der nächste Flug auch nicht pünktlich und hatte ebenfalls 2 Stunden Verspätung. Um kurz vor Mitternacht kamen wir dann totmüde an. Wir waren sehr erleichtert es geschafft zu haben und unser Abholservice stand schon bereit. Um 2 Uhr nachts haben wir dann endlich das Hotel erreicht. Es war nicht irgendein Hotel, es war das Hilton. Es war uns total peinlich wie verzaust und gammelig wir da mit unseren Backpacks ankamen. Wir konnten es kaum erwarten in dieses wunderbar große weiche Bett zu fallen und uns ordentlich auszuschlafen. Wir waren soooo glücklich, als wir den ganzen Luxus gesehen haben. Dann klopfte der Portier und brachte uns einen Brief. Ach du Kacke!!!!!! Dann kam die Horrornachricht. In dem Brief stand, dass wir uns um 4 Uhr zum Frühstück treffen, da es um 4:30 Uhr Richtung Flughafen geht. Moment mal, zu diesem Zeitpunkt war es bereits 3 Uhr. Damit hatten wir das Hiltonhotelzimmer mit Kingsize Bett nur genau eine Stunde. Oh man! 

Nach einer Stunde Schlaf wartete ein riesiges Frühstücksbüffet auf uns, was wir natürlich auch nicht wirklich ausnutzen konnten. Wer hat schon um 4 Uhr nachts großen Hunger?! Die Gruppe hat direkt einen super Eindruck gemacht. Menschen aus der ganzen Welt, die sich mit der Galapagosreise einen Lebenstraum erfüllten. Logischerweise hatten wir somit alle etwas gemeinsam. Verschlafen gings wieder los zum Flughafen. Schon wieder. Und schon wieder stiegen wir in ein Flugzeug. Die letzte Landung war ja grade mal 6 Stunden her. Während des Fluges passierte dann was eigenartiges. Wir sind ganz plötzlich gelandet und waren aber immernoch über dem Festland Equadors. Sehr seltsam! Und dann stiegen noch jede Menge neue Passagiere dazu und es ging weiter. Wir waren alle ziemlich irritiert, weil angekündigt hatte den Zwischenstopp niemand. In Baltra (erste Insel auf Galapagos) gelandet,  mussten wir zunächst 100 Dollar "Eintritt" bezahlen. Schon eigenartig, da bezahlt man Eintritt für eine Insel. Zu dem Zeitpunkt fühlten wir uns das erste Mal wie im Jurassic Park. Konnte ja keiner ahnen, dass es noch besser werden würde als in einem Jurassic Park. Am Flughafen stand ein Bus, der uns einsammelte. Nach 10 Minuten Fahrt sind wir umgestiegen auf eine Fähre und schwups in den nächsten Bus über die nächste Insel. In Santa Cruz angekommen, stand Xavier mitten im Minihafen. Xavier war nicht von dieser Welt und unsere Bleibe für die nächsten Tage, welche nur mit Schlauchboot zu erreichen war. Erstmal gabs lecker Essen auf dem Boot, bevor es zurück an Land ging. Der erste Kracher der Galapagos Insel wartete auf uns und das wohl bekannteste Tier von diesem wundervollen Fleck der Erde: die Riesenschildkröte! Diese Tiere machen ihrem Namen nach alle Ehre und sind einfach richtig doll groß und wunderschön. Wir machten eine kleine Wanderung, um möglichst viel zu entdecken. Die meisten waren gerade dabei leckere Guaven zu verspeisen. Anschließend sind wir in eine Höhle geklettert, die alleine durch fließende Lava entstanden war. Bisschen gruslig, aber sehr spannend. Anschließen haben wir Laura an der einzigen Apotheke des Landes noch Sea-sick-Tabletten besorgt, damit sie die weiteren Tage nicht zum kotzen findet. Es stellte sich heraus, dass diese Pillen eine sehr gute Investition waren. Wir sind nämlich nach dem Abendessen todmüde in die Koje gefallen und sehr schnell eingeschlafen. Gegen Mitternacht ging’s dann aber los. Die ganze Nacht über sind wir mit Xavier über den Pazifik geschippert. Und es wurde mehr als wackelig. Kira wurde gefühlt sanft in den Schlaf gewiegt. Laura allerdings fühlte sich mehr wie in einer Waschmaschine eingesperrt.

Doch die nächtliche Fahrt hatte sich gelohnt. Nachdem wir aufgewacht sind und unsere Kabine verlassen haben, konnten wir unseren Augen nicht trauen. Wir hatten direkte Sicht auf die Insel Rabida. Diese war nicht im klassischen Sinne schön. Sondern eher unglaublich anders. So stellt man sich eher den Mars vor. Wir schauten auf einen dunkelroten Strand, überseht mit Galapagos Seelöwen und im Hintergrund ein Wald weißer Sträucher. Mit dem Schlauchboot sind wir dann auf die Insel gefahren. Die Seelöwen lagen unbeeindruckt neben uns. Das erste Mal sahen wir einen der bekannten Darwin Finken. Unser Guide erklärte uns alles über das älteste Ökosystem der Erde und über die Forschungen von Charles Darwin über die Evolutionstheorie während wir über dieses faszinierende Land marschierten. Nach dem ausgiebigen Walk über die Insel, ging’s los mit der ersten Schnorcheltour um Rabida herum, die wir gar nicht erwarten konnten. Sind direkt ins Wasser gehüpft und dann kam die große Überraschung. SCH SCH SCHEISSE!!!!!! Das Wasser war eiskalt. Wir waren natürlich verwöhnt von Fiji und Tonga, aber 18-19 Grad war trotz Neo schon schwer auszuhalten. Doch der Blick unter Wasser hat uns abgehalten direkt wieder ins Boot zu hüpfen. Die Unterwasserwelt in Galapagos ist ähnlich andersartig wie die Inseln. Wir sahen riesige Seesterne in Regenbogenfarben, süße Seepferdchen, eine Flunder und jede Menge unterschiedliche Rochen. Beim Mittagessen ging’s weiter nach Santa Cruz. Wir gingen erneut vom Schiff herunter und wanderten in einer Lagune am Strand entlang. Plötzlich entdeckten wir ein paar Flamingos. Ein traumhaftes Bild ergab sich durch die rosafarbenen komischen Vögel. Wir haben uns hingesetzt und dies auf uns wirken lassen. Schnell kamen wir Besuch von einigen Iguanaz, die kleinen Galapagosdrachen, die auf jeder Insel eine andere Farben haben, aufgrund der entsprechenden Ernährung, die es zu finden gilt. Am Abend chillten wir an Deck und konnten Haie und Pelikane beim Jagen beobachten. Besonders lustig war es zusehen, wie ein Fisch verzweifelt im Hals eines Braunpelikans um sein Leben kämpfte und der Pelikan mit seinem Würgereiz. 

Nach einer weiteren wackeligen Nacht sind wir vor der Insel Floreaner aufgewacht. Vor uns lag eine weitere Erkundungstour über die Insel. Der Strand bestand aus schwarzen und kleinen grünen Kristallen. Das Land war übersäht von Blaufußtölpelnestern, in denen die kleinen blaufüßigen Babys saßen und die Eltern sich liebevoll um sie kümmerten. Auf der anderen Seite der Insel waren jede Menge Stachelrochen in Strandnähe. Wir sind mit den Füßen ins Wasser und die Stachelrochen liebkosten unsere Füße. Danach ging’s wieder zurück aufs Boot zum Mittagessen. Frisch gestärkt folgte ein weiterer Schnorchelausflug. Und dieser war der Kracher. Neben unzähligen Fischen hatten wir über eine Stunde mit unserer eigenen Meeresschildkröte. Wir spielten gemeinsam mit den Wellen und waren neugierig aufeinander. Anschließend sind wir zur Post-Bay gefahren. Das älteste Postamt der Welt, was schon vor hunderten Jahren von Seefahrern genutzt wurde. Wir haben uns gegenseitig eine Postkarte geschrieben und jeweils unseren Eltern und sie in einen brüchigen und veranzten Holzkasten gelegt. Dafür haben wir eine andere Karte herausgenommen und sie von zu Hause aus später verschickt. Wir waren ganz gespannt ob und wann unseren Karten ankommen werden. Das ist das Prinzip, jeder der eine Karte reinschmeisst, nimmt auch eine andere heraus und sorgt dafür, dass Sie ankommt. Die Bordcrew und andere aus unserer Gruppe haben auf der Insel angefangen Fußball zu spielen und wir haben den Sonnenuntergang am Strand genossen.

I

Am nächsten Morgen steigen wir dann aus unserer Koje und werden direkt von einem großen Pelikan auf der Reling direkt vor unserer Tür begrüßt. Wieder einmal ein Wahnsinnsmoment, der einem die Welt unwirklich erscheinen lässt. Folgender Tag ging genauso weiter, als wir auf die Insel (insgeheim unsere Lieblingsinsel) Espanola gefahren sind. Es war zunächst schwer überhaupt auf die Insel zu kommen, da unser Weg von Hunderten Iguanaz versperrt war, deshalb war es wieder mal an der Zeit eine kleine Kletterpartie einzulegen, um so um die Drachen herum zu steigen. Die ganze Insel fühlte sich an wie eine interaktive National Geographics Reportage, in der man sich frei bewegen kann. Die Insel war übersäht von einer Albatroskolonie und wir sahen viele Nester, in denen die Albatros Babys ihre hungrigen Hälschen raussteckten. Dazu jede Menge Blaufußtölpel, tropische andere Vögel, ein Blow hole, was 20 Meter hoch gespritzt hat und eine weitere Robbenkolonie, durch die wir hindurch stapften. Dabei wurden wir Zeuge einer Robbenbabygeburt. Ein irres Gefühl! Danach haben in uns natürlich erneut mega aufs Schnorcheln gefreut. Und obwohl das Riff ziemlich unspektakulär aussah, war das wohl der aufregendste Schnorcheltrip, den wir jemals hatten. Es tummelten sich haufenweise Seelöwen um uns herum. Sie kamen uns sehr nah, schlängelten sich um uns herum und spielten mit uns im Wasser. Einer gab Kira sogar ein Küsschen auf die Nase :-). Plötzlich bemerkten wir, dass die Seelöwen mit was anderem beschäftigt waren und wir dadurch weniger interessant waren. Wir sind zu ihnen geschwommen um zu gucken, was denn so spannend war. Wir konnten unseren Augen nicht trauen. Es schien als würden sie Volleyball miteinander spielen. Als wir dann gesehen haben, was das für ein Ball ist, hatten wir einen Unterwasser-Lachflash. Der Ball war ein leicht panisch aussehender aufgeblasener Kugelfisch. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass die Seelöwen auf Kugelfische beißen um high zu werden. Soooo witzig. Da schwammen wir mitten im Pazifik zusammen mit bekifften Seelöwen. Welch ein Spaß!!!! Am Abend sind wir auf der Insel San Cristobal gelandet und sind mit der Truppe in eine Bar gegangen und haben Billiard gespielt, getanzt und ein paar Bierchen gezischt. Toller Abschiedsabend mit einer tollen Gruppe. Unvergesslich die Zeit auf Galapagos. Am nächsten Morgen hatten wir noch Zeit um das Museum von Chales Darwin zu besichtigen, wo wir viel über seine Forschungen und die Evolutionstheorie lernen konnten. Ein Hoch auf Charles. Wasn cooler Typ!

 

Die Stimmung war gedrückt, wir wollten nicht nach Hause und mit dem Ernst des Lebens konfrontiert werden. Wir wussten, wir haben wahrscheinlich eine der schönsten Zeiten unseres Lebens hinter uns gelassen. In Quito haben wir uns sonst nicht mehr viel bewegt und nutzten die Zeit mit gutem ecuadorianischem Essen um zurück zu blicken und an die Nahe Zukunft zu denken. Wie wird es sein unsere Familie wieder zu sehen? Und unsere Freunde? Haben sie sich verändert? Oder wir? Wie wird unsere Ausbildung zur Psychotherapeutin und die Arbeit in der Psychiatrie? Die Nahe Zukunft konnte nicht weiter entfernt sein in diesem Moment. Und doch stand sie uns kurz bevor.... 

Update 01.02.17!!! Videos

Mittwoch, 17.08.2016

 

Update 1.2.17:

USA: https://youtu.be/5ONlepkInQs 

 

Update 17.8.:

Tonga: https://youtu.be/Hw_y4soQF2Q

 

Update 15.8.:

Fiji: https://youtu.be/pFzYsk0vyAs

 

Update 9.8.:

Neuseeland Teil 1, Nordinsel: https://youtu.be/HOvBQP0Zepo

Neuseeland Teil 2, Südinsel Part 1: https://youtu.be/CtlFMdg1jOc

Neuseeland Teil 3, Südinsel Part 2: https://youtu.be/6DXdmY3q5Nw 



Australien Teil 1: https://youtu.be/zDvqZxfFw70 

Australien Teil 2: https://youtu.be/c8XHRwGNA-k

Tauchvideo Great Barrier Reef: https://youtu.be/CtCumAwV1qM

 

UPDATE: 12.05.16

Thailand mit den Möhrings: http://youtu.be/mQ02W1X_XJg 

Koh Tao Profi: https://fpdl.vimeocdn.com/vimeo-prod-skyfire-std-us/01/2901/6/164507766/521988967.mp4?token=573359df_0x1f067ebdc82acab8531b68db7e4e9773118000a4&download=1&filename=260416+Sabrina+RF+KP.mp4 

wenn der Link nicht funktionieren sollte, dann den folgenden und als Passwort scuba angeben: https://vimeo.com/164507766

Unser Koh Tao: http://youtu.be/n0oBE3cw29Y 

 

UPDATE: 11.05.16

Kambodscha: http://youtu.be/AOITuFhXE_k

 

UPDATE: 04.05.16:

Vietnam: http://youtu.be/MpqMQ22tp_o 

 

UPDATE: 27.4.16:

Laos: http://youtu.be/xjyLPwP2lfo 

 

UPDATE 11.3.:

Thailand Teil 2: http://youtu.be/Kvjj9akqo5g 

Myanmar: http://youtu.be/z8aXJzQttws 

 

 

UPDATE 10.3.:

Sambia: http://youtu.be/c3wnpxBS-bI 

Thailand Teil 1: http://youtu.be/b2xSFLZ902c 

 

NEU  NEU  NEU <3 NEU NEU NEU 

Kapstadt: http://youtu.be/EfbKNRVfCbI

Tansania: http://youtu.be/nNiOIwWHgyQ

 

______________________

Hallo ihr Lieben,

einer der Vorteile von Asien ist das wesentlich bessere Internet :) Kira hat von jedem Reiseabschnitt ein Video zusammen geschnitten. Auf unserem Blog können wir aus technischen Gründen keine Videos hochladen, deswegen findet ihr die Videos mit diesen Links bei YouTube und auch nur damit und nicht über die Suchfunktion. Damit die Videos in der Familie bleiben :P

In Zukunft werden wir die Videos zu den einzelnen Beiträgen verlinken. Ein Grund nochmal in alten Beiträgen zu stöbern ;) 

Sansibar: http://youtu.be/5zZD6Yh-DZE

Malawi: http://youtu.be/UXjWOFLCEOY

Unsere längeren Videos laden gerade noch hoch.

Viel Spaß bei unseren bewegten Bildern!

Los Vegas

Dienstag, 09.08.2016

Zunächst einmal ging es von Tonga wieder zurück nach Fiji in unser Stammhostel, in das wir zum dritten Mal eingecheckt haben (wurden schon mit Namen begrüßt). Am nächsten Tag mussten wir schon um 10 Uhr auschecken, was unseren Tag, den wir ganze zweimal erleben durften, noch länger gemacht hat. Unser Flug nach LA ging erst am späten Abend und deshalb hatten wir noch Zeit den ganzen Tag am
Strand rumzuhängen und unseren Trip in den Staaten zu planen. Am Abend ging's dann los und auf uns wartete ein 12 Stundenflug. Jippi... Obwohl man meinen könnte, dass wir Reiseprofis geworden sind, haben wir natürlich wie immer kaum ein Auge zugemacht, obwohl die 2 Stunden Schlaf schon als Erfolg abgebucht wurden. Das verrückte an diesem Flug war, dass wir über die Datumsgrenze geflogen sind und mittags am selben Tag angekommen sind. Nach 2 Monaten Einsamkeit in Australien und Neuseeland sowie einem knappen Monat Inselfeeling, war der Flughafen in LA total überfordernd. Lange hatten wir nicht mehr so viele Menschen gesehen und überall musste man sich anstellen und laut war es auch noch. Und diese doofen Amis übertreiben dann auch immer mit ihrer Pseudosicherheit bei der Einreise. Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert, erst recht, weil wir schon fast 24 Stunden wach waren. Endlich eingereist und aus dem Flughafen ging's uns schon besser. Zum Glück hatten wir am Vortag uns ein Auto reservieren können, was wir direkt abgeholt haben. Unser Plan war es doch tatsächlich anschließend noch nach Vegas zu fahren. Wir wollten unbedingt, da wir Brandy sehen wollten. Brandy wohnt in Vegas und sie war in unserer Afrika-Reisegruppe. Wir hatten ihr geschrieben, ob Sie Zeit für einen Kaffee habe und sie hat uns daraufhin ihr ganzes Haus angeboten, indem wir umsonst wohnen konnten. Sie einerseits wieder zu sehen und andererseits im überteuerten Vegas eine Unterkunft zu kriegen, hat uns motiviert die Strecke todmüde auf uns zu nehmen. Das Navi zeigte an, dass wir in guten 4 Stunden von LA nach Vegas wären. Wir dachten, easy, das ist ja kein Problem... Sind wir ja täglich mit dem
Camper gefahren. Ja neeeee. Der Verkehr hat uns einen ordentlichen Strich durch unsere vier Stunden Fahrt gemacht. Allein drei Stunden haben wir gebraucht um aus dem riesigen Los Angeles raus zu kommen. Gefühlt haben wir alle 30 Minuten Fahrerwechsel gemacht und die schlechteste Musik überhaupt voll aufgedreht. Und damit ging's ab in die Wüste. Als wir nur noch 100 Meilen vor uns hatten, begegnete uns auch noch eine Vollsperrung wegen eines Unfalls. Die Stimmung im Auto grenzte an Wahnsinn, aber nach süßen 8 Stunden Fahrt, sind wir endlich angekommen. Es war super Brandy wieder zu sehen und wir haben es sogar noch geschafft, ein bisschen zu plaudern bis wir nach 35 Stunden wach sein, endlich schlafen konnten.


Nach satten 11 Stunden Schlaf wurden wir von Brandys Katze geweckt. Kurz darauf kam Brandy in ihrer Mittagspause, um noch ein bisschen Zeit mit uns zu verbringen. Gegen 14 Uhr haben wir es dann endlich geschafft frühstücken zu fahren. Betonung liegt auf FAHREN. Wer in Vegas wohnt, läuft keinen Meter. Es wird nur gefahren. Tatsächlich macht das aber Sinn, da bei über 40 Grad und Windstille keiner wirklich Bock auf laufen hat und die Strecken alle viel zu weit sind. Nach Pancakes und Sandwiches mit Pommes ging's das erste Mal auf den Strip. Ach du Scheisse! Wir haben im Bellagio geparkt, was wir nur aus Hollywoodfilmen kannten. Wir waren geschockt und überwältigt zugleich. Obwohl es bizar, übertrieben und einfach nur verrückt war, hat uns die Stimmung dort irgendwie mitgerissen. Nach Monaten absoluter Ursprünglichkeit und Natürlichkeit sind wir plötzlich im wahrscheinlich künstlichsten und schrillsten Ort der Welt gelandet. Gerade dieser krasse Gegensatz hat für Faszination unsererseits gesorgt. Das Ambiente in den Casinos ist einzigartig und so schlenderten wir durchs Bellagio, sagen Spielautomaten und Pokertische weit und breit und konnten unseren Augen nicht trauen. Danach gingen wir auf Ticketsuche. Wir haben uns sagen lassen, dass die Shows in Vegas einzigartig sind und man keinesfalls verpassen sollte, wenigstens eine gesehen zu haben. Kira war ja schon im
Vorhinein zu Tode betrübt, da Britney genau in den Tagen, in denen wir da sind, keine Shows anbietet. Deshalb wurde nach Ersatz gesucht. Brandy hat uns Geheimtips gegeben, wie wir an Tickets für den halben Preis bekommen. Leider gab es für die Shows, die wir sehen wollten keine Tickets mehr. Und plötzlich haben wir erfahren, dass Jennifer Lopez am nächsten Tag Auftritt. Wie krass! Da mussten wir hin. Leider gab es auch für ihr Konzert offiziell keine Karten mehr. Mit sehr viel Glück, konnten wir auf einer nicht ganz so seriösen Seite im Internet, Karten ergattern und wir haben uns so dafür gefeiert. Yeeeah! Für den ersten Abend haben wir dann doch auch noch Karten für Chris Angel zum halben Preis bekommen. Stark!

Nachdem Brandy Feierabend hatte, haben wir uns auf dem Strip verabredet und waren gemeinsam ein fettes Eis essen. Sie hat uns mit Informationen überschüttet und uns alles gezeigt, was im zeitlichen Rahmen war. Danach haben wir uns die legendäre Wassershow vorm Bellagio angeguckt. Nett, aber halt auch nur Wasser xD Da die Show aber länger auf sich warten ließ als geplant, gerieten wir etwas in Zeitstress, da wir ja zu Chris Angel wollten. Also haben wir uns auf den Weg gemacht und sind zum Luxorhotel gefahren. Das Luxor ist eine riesige Pyramide, die übersäht von ägyptischen Figuren ist. Natürlich haben wir uns erstmal total verlaufen. Jeder verläuft sich im Casino. Diese Dinger sind schließlich so konzipiert. Dann began die Show. Hammer! Wir beide hatten zuvor noch nie eine Zaubershow gesehen. Ein riesen Tam Tam mit Feuer, Laser, Wasser und nackten Popos. An sich waren keine neuen Zaubertricks dabei, die uns total umgehauen haben, aber dieses Spektakel mal live gesehen zu haben, war echt super. Nach der Show ist uns erst aufgefallen, dass wir noch kein Abendessen hatten und haben diesen wahnsinnigen Tag mit mexikanischen Essen ausklingen lassen.

In der kommenden Nacht ist Brandy mit ihrem Freund in den Urlaub gefahren und somit hatten wir dann das ganze Haus für uns. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keinen einzigen Dollar verzockt. So geht das aber nicht ;) Zum Glück haben wir ein paar gute Tipps bekommen und sind zum Spielen nach Downtown gefahren, wo die Einsätze bei weitem nicht so hoch sind wie in den Casinos der Luxushotels. Uns wurde Downtown als ein bisschen herunter gekommen beschrieben, aber wir fanden es großartig. Dort war der Ursprung des verrückten Treibens und wir empfanden es als deutlich charmanter mit besserem Publikum. Es sah aus wie ein Disneyland für Erwachsene. Dann haben wir uns das erste Mal getraut. An den Automaten haben wir binnen Sekunden 5 Dollar verloren und haben uns dafür entschieden, was zu spielen, bei dem man wenigstens das Gefühl hat, etwas Einfluss zu haben. Unsere Wahl fiel auf Roulette. Kira hat pseudoselbstbewusst Geld in Chips umgewandelt und konnte mit dem kleinen Einsatz tatsächlich fast 2 Stunden am Tisch sitzen. Mit Puls 180 und einigen Freigetränken sitzt man dann in Vegas am Roulettetisch mit Zigarette im Mund und fühlt sich, als würde einem die Welt gehören. Dieses Gefühl hält in der Regel so lange an bis das nächste Mal die Kugel rollt und dann doch das meiste Geld wieder weg ist. Haha! Zum Glück konnte Kira aufhören, als sie ihren Einsatz vom Beginn verdoppelt hatte und dafür ging's dann ein Steak essen.

Danach mussten wir uns mal wieder beeilen, um zurück zum Strip zu fahren zum Planet Hollywood. Wir hatten schließlich ein Date mit J.Lo. Wir hatten uns vorher tatsächlich den Kopf zerbrochen, was wir anziehen werden, aber eigentlich war klar, dass wir keine Wahl hatten. Es war schon wirklich peinlich, da wir die einzigen ohne Cocktailkleidchen waren. Dafür kamen wir wie immer in Funktionskleidung und Wandersandalen. Die Show war grandios! Zwei Stunden hat J.Lo. ne hammer Show abgeliefert und wir haben ordentlich abgedanced.

Die Nacht danach war hingegen schrecklich. Wir haben beide schlecht geschlafen, da entweder Geräte im Haus sich verselbstständigt haben, Postboten geklingelt haben oder diese Katze einen furchtbaren Lärm gemacht hat. Übermüdet ging's nach dem Frühstück trotzdem nochmals nach Downtown, um erneut zu zocken. Auch Laura hat sich diesmal getraut und wir hatten beide verdammt viel Pech, aber Spaß dabei. Danach haben wir uns auf den Weg zurück nach LA gemacht. Kurz nach das Las-Vegas-Welcome-Schild mitgenommen und wieder ewig lang durch die Bullenhitze der Wüste gefahren. Wir sind sogar nochmal kurz vom Highway runter gefahren um zu einer Geisterstadt zu fahren, die uns Jürgen empfohlen hat (Jürgen aus Thailand). Leider hatte diese grade geschlossen und wir waren gezwungen weiter zu fahren. Menno! Spät am Abend sind wir dann in unserem Motel im mexikanische Viertel von Los Angeles angekommen.

Am nächsten Morgen ging's dann los auch diese Stadt zu erkunden. Das ganze war ziemlich ernüchternd! Das ach so glamouröse Los Angeles ist nämlich ganz schön hässlich. Wir haben in Inglewood gewohnt, was in der Nähe vom Flughafen ist. Deshalb hatten wir bis nach Hollywood ein bisschen zu fahren, was unser erstes Ziel war. Wir waren ganz schön aufgeregt, das bekannte Hollywood-Zeichen zu sehen, doch auch das ist im Endeffekt ja nur ein Schild. Die Landschaft bestand aus hässlichen vertrockneten Bergen übersäht von Luxusvillen. Sehr eigenartig! Am Viewingpoint war jede Menge los. Tausende Touristen stellen sich an, ein Foto mit DEM Schild zu machen. Wir sind dann nach zwei Minuten direkt weiter zum Walk of Fame gefahren. Haben wir halt ein paar Leute im Hintergrund ;)

Da es immernoch brutal heiß war, sind wir erst mal was trinken und essen gegangen. Endlich mal was gesunden gegessen. Herrlich, wenn was grünes endlich nicht mehr frittiert ist. Dann war es soweit: wir laufen den WALK OF FAME! Aaahhh wie uffräschend! Ja also... Auch hier waren wir schnell ernüchtert. Wir wissen gar nicht mehr, was wir erwartet hatten, aber ein Bürgersteig, wo einer lieblos rosa Sterne drauf geklatscht hat, mit Leuten, die kein Schwein kennt, auf jeden Fall nicht. Trotzdem haben wir uns den Spaß nicht nehmen lassen, den bekanntesten Bordstein der Welt abzulaufen und Promis zu suchen, die wir tatsächlich kennen. Nach dem zweistündigen berühmten Spaziergang haben wir uns einen saftigen Smoothie gegönnt und sind nach Beverly Hills. Dort haben wir dann die richtigen Häuser der Stars gefunden, unter anderem die Playboy Mansion von Hugh Hefner xD Das war ein riesen Spaß und doch hat man sich wie ein aufdringlicher Paparazzo gefühlt.


Nach einem sehr gechillten Morgen sind wir am Mittag des nächsten Tages durch Venice Beach zum Santa Monica Pier gefahren. Das Pier gleicht einem Freizeitpark direkt am Strand. Auch dieser Ort ist weltbekannt aus Funk und Fernsehen und uns ist nicht wirklich klar warum. Nachdem wir dort ein wenig rum spaziert sind, sind wir zurück nach Beverly Hills, um den Rest unserer Travellerschecks einzulösen. Jippi hat geklappt! Danach wollte Kira noch unbedingt nach Malibu, den Strand von Baywatch und das Haus von Charlie Harper finden. Beides hat irgendwie nicht geklappt. Die tollen Strände in Malibu sind alle privat. Wir waren noch kurz an einem öffentlichen Strand, der uns aber nicht vom Hocker gerissen hat. Dafür waren wir die letzten Monate wohl tatsächlich an zu vielen schöneren Stränden. Dafür gab es zum krönenden Abschluss am Abend ein Schweizer Käsefondues und als Nachtisch leckeren Apfelstrudel. Das war wirklich notwendig, da wir dieses Burger-Fast-Food-Ding nicht länger als 2 Tage aushalten. Macht furchtbar schlechte Laune!

Erst spät waren wir danach daheim, dabei mussten wir schon um 2 Uhr nachts aufstehen, um zum Flughafen zu fahren. Südamerika wartete auf uns! Hoffentlich lange genug, denn unsere wunderbare Airline hatte da ein paar Probleme... Davon mehr im nächsten Beitrag :)

Königreich Tonga oder wir und die Wale :)

Dienstag, 02.08.2016

In Nuku' Alofa auf Tongatapu (Hauptinsel) angekommen wurden wir widererwartend von einem Taxi erwartet, dass uns direkt zu unserem am Morgen gebuchten Guesthouse brachte. Dieses stellte sich als absoluter Glücksgriff heraus. Nicht nur, dass es super zentral am Hafen lag und wir die Hauptstadt Nuku alofa zu Fuß erkunden konnten, sondern auch weil wir hier durchgehend spannende nette Leute kennen gelernt haben. Den ersten Abend verbrachten wir mit einem deutschen Psychologen-Lehrer-Pärchen aus Rottweil, die unser Intellekt endlich mal wieder richtig gefordert haben. Weiter ging es beim Frühstück mit dem Sohn der Besitzerin des Guesthouse Noa und seiner samoanischen Freundin. Die Beiden waren super Weltoffen, interessiert an Politik und konnten uns viele Feinheiten der Südseekulturen, zu der die Deutschen einen guten Teil beigetragen haben, näher bringen. Am lustigsten war wohl der Fakt, dass durch die deutsche Besiedelung Palmen in ganz Tonga in Reih' und Glied gepflanzt werden. Ordnung muss sein! xD Nachdem wir dann den Rest des Tages die Stadt unsicher gemacht hatten, lecker gegessen haben und uns unseres Lebens gefreut haben, lernten wir am Abend im Gemeinschaftsraum noch Sama, eine 19jährige Tonganerin, kennen. Die uns noch einmal einen ganz anderen Blickwinkel in die Familienstrukturen gegeben hat. Nicht nur das sie ihren Bruder, so taff sie wirkte, hörig war wenn er die Tür rein kam, auch ihre Vorstellung ihrer Zukunft mit 8 Kindern oder als erfolgreiche Ärztin, hat uns zum Nachdenken gebracht. Alle drei Begegnungen waren für uns einzigartig und haben uns den Start in Tonga mehr als einfach gemacht. Dann hieß es auf nach Hapai, auf zur Matafonua Lodge, endlich mit Walen schwimmen.


Nachdem sich unsere Flugzeit im Vorhinein schon mehrfach nach hinten verschoben hatte, saßen wir ganz nach dem Motto "Island-Time" auch am Flughafen nochmal länger als geplant. Flughafen konnte man das ganze jedoch eigentlich nicht nennen... Es war mehr eine offene Halle mit ein paar Stühlen und ner Waage. Die Anzeigetafel war ebenso wie die Flugtickets handgeschrieben. Echte Unikate :P Diese bekamen wir jedoch erst, nachdem wir nach unserem Gepäck auch uns einmal auf die Waage stellten. Schoooon wieder... Diesmal hatten wir wenigstens das Gefühl dass es in irgendeiner Form unsere Sitzplätze beeinflusste und nicht ganz willkürlich war. Die Wartezeit verging beim quatschen mit dem einzigen anderen Touripaar, wie im Flug und dann durften wir endlich in unsere kleine Propellermaschine einsteigen. Voll war sie natürlich nicht und mit uns waren vielleicht noch zwei Hand voll andere Menschen im Flugzeug. Der Flug war dann der bisher schönste auf der Reise. Verschiedenste Blautöne wo hin das Auge reichte. Endlich machen all die Abstufungen von marineblau, türkis, etc Sinn. Laura kamen vor Überwältigung sogar die Tränen. Nun war er da, dieser Ort um den sich die ganze Reise dreht. Und er war einfach nur schön... Wunderschön! <3


Wir bekamen nach der kurzen Fahrt über die Insel einen riesigen Bungalow direkt am Strand. Die Lodge befindet sich am nördlichen Ende der Insel und hat damit an drei Seiten Strand. Umwerfend! Direkt gegenüber liegt eine Insel, zu der man schwimmen, aber auch paddeln kann. Die Wale mussten dann jedoch noch einen Tag auf uns warten, denn sonntags passiert in Tonga gar nichts, auch kein Wale gucken. Mist! Aber nach Fiji kam vor allem Laura dieser unerwartet freie Tag total gelegen. Endlich mal wieder lesen und zwar den ganzen lieben langen Tag ;) Kira verbrachte die Zeit hingegen lieber wieder mit dem erkunden der Unterwasserwelt. Zudem stellte sich mit diesem freien Tag heraus, dass wir einen Tag länger bleiben, als unsere Unterlagen uns verraten haben. Das ging doch gut los :)


Am nächsten Tag hieß es dann aufgeregt früh aufstehen und ab aufs Boot. Als erstes fanden wir nach einer guten halben Stunde Fahrt eine Walkuh mit ihrem Kalb. Leider haben wir es nicht geschafft schnell genug ins Wasser zu kommen, um mit ihr zu schwimmen. Wir verstanden an diesem Tag schnell, warum man 7h am Tag auf dem Meer verbringt... Man braucht wirklich Geduld, um erstens Wale zu sichten und zweitens Glück, dass sie dann Lust haben mit dir zu schwimmen. An unserem ersten Tag hatten wir letzteres leider nicht. Wir motivierten uns damit, dass wir ja noch vier Mal rausfahren. Dafür hatten wir einen paradiesischen weißen Sandstrand als Mittagspause, an dem es kostenlose frische Kokosnuss gab. Der nächste Tag war dann auch direkt ein bisschen erfolgreicher. Wir hatten einen grandiose atemberaubende fünf Sekunden Swim mit einem Jugendlichen Wal. Unfassbares Gefühl, wenn ein Tier, dass mehr als 10m lang ist auf einmal super elegant direkt an dir vorbei schwimmt! Das hat ihm jedoch an menschlichem Kontakt für diesen Tag gereicht, sodass wir ihn den Rest des Tages vom Boot aus beobachtet haben, weil er zu schnell weiter geschwommen ist. Die Mittagspause verbrachten wir diesmal auf einer unbewohnten Insel, die man sich aber mieten kann, um dort einige Tage zu leben wie Robinson Cruiso. Und welche Nationalität lässt sich sowas natürlich nicht entgehen? Richtig, der Deutsche in Adidas-Sandaletten und zu knapper Badehose xD Ein Bild für die Götter, als er uns gezeigt hat wie er lebt und dabei leider immer ein bisschen höher als wir stand, sodass unsere Besatzung den perfekten Blick auf seine Weihnachtsglocken hatte. Danach haben wir leider keine Wale mehr gesichtet, sodass der fünf Sekunden Whale-Swim am Morgen vorerst Rekordhalter blieb. Den Nachmittag verbrachten wir dann damit den Tunnel zwischen der Lodge und der Insel gegenüber zu erkunden, bevor wir uns wieder einen tollen Abend mit unseren neuen neuseeländischen Freunden (völlig verrückte Patchworkfamily mit 3 Kids) machten. Bevor es ins Bett gehen konnte, wurde es zu unserem Ritual erst Einsiedlerkrebse auf dem Weg zum Bungalow zu zählen und dann nochmal ein paar Minuten nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Einfach nur toll!

Am nächsten Morgen ging es dann mit Keryn und John, einem entzückenden neuseeländischen Paar, raus. Passend zu Keryns 60. Geburtstag wurde dieser Waltag zum vorerst besten der Woche. Nicht nur, dass es wieder einen kleinen Moment zum schwimmen mit den Giganten gab, sondern an diesem Tag haben wir einen Wal das erste Mal in voller Größe über Wasser gesehen. Wie das geht fragt ihr euch? Wale sind einfach dazu fähig sich mit voller Körpermasse über Wasser zu drücken und lassen sich dann aus Spaß oder zur Kommunikation, wieder aufs Wasser fallen. Unwahrscheinlich beeindruckend anzuschauen. Mindestens genauso oft haben wir Walflossen aufs Wasser klatschen sehen. Beeindruckende Momente, von denen wir zum Glück ein Paar einfangen konnten.


Nachdem wir nun Walspaß über Wasser hatten, fehlte noch der große Moment unter Wasser und der folgte gleich an Tag vier. Wir entdeckten eine Walkuh mit ihrem Baby und zwei Escortmännchen, die auf die beiden acht gaben und sich ein bisschen Hoffnung auf die Mutter gemacht haben :P Und die vier hatten richtig Bock aufs schwimmen mit uns. Da wir zu acht auf dem Boot waren wechselten wir uns in Vierer Gruppen ab ins Wasser zugehen. Insgesamt durften wir drei Mal ins Wasser uns sind jeweils ungefähr 10 Minuten mit den Vier geschwommen. Das waren unbeschreibliche Momente! Das Baby wurde immer wieder von der Mutter an die Oberfläche zum Atmen begleitet und der Escort ist wahnsinnig elegant und graziös in der Tiefe geblieben. Die Gruppe hat sich nicht schnell fortbewegt, sodass wir Zeit hatten uns diese Wahnsinnstiere in aller Ruhe anzuschauen. Wir waren jedes Mal wenn wir aus dem Wasser kamen völlig überdreht und enthusiastisch. Einzigartige Erfahrung die wir an diesem Tag hatten und mit dem Aufschreiben der Erinnerungen kommt die Gänsehaut zurück. Aber einmal durften wir noch mit raus fahren. Was konnte denn jetzt noch kommen? Zunächst fanden wir wieder eine Wahlkuh mit Baby und Escort. Wahrscheinlich war es die gleiche Gruppe vom Vortag und ein Männchen hatte das Interesse verloren. Wir konnten nochmals tolle Momente erleben und einfangen. Wir waren diesmal auch ruhiger und entspannter. Man könnte sagen, wir konnten es einfach nur noch genießen. Das Highlight folgte jedoch kurz vor Schluss, als wir noch einen einzelnen jungen Wal entdeckten. Denn dann folgte unter Wasser der Gänsehautmoment schlecht hin... Er hat gesungen. Singen ist zwar ziemlich übertrieben, für die Laute, die da rauskamen, aber es war unglaublich die Kommunikation des Wales hören zu können. Was erst später bei der Tonaufnahme richtig deutlich wurde, dass man tatsächlich zwei unterschiedliche Walstimmen hören kann. Unglaublich!

 


Mit der letzten Bootsfahrt kam auch der letzte Abend in Matafonua. Wir genossen bei einem BBQ-Filmabend die Insel nochmal in vollen Zügen. Getrübt wurde der Abend dann leider, als wir feststellen mussten, dass die Mädels, die die Zimmer sauber machten, an unseren Geräten waren. Wir hatten die Tage zuvor schon Kleinigkeiten bemerkt, wie das Bluetooth an ist oder die Kippsperre, uns aber nichts weiter dabei gedacht, weil auch wir da mal hätten drauf kommen können. Im Gespräch mit unserer neuseeländischen Familie stellte sich dann jedoch raus, dass sie Bilder mit dem Handy des Sohnes gemacht haben, die sie nicht gelöscht hatten. Und dann schauten auch wir nach... Siehe da, in unserem Fotoalbum befanden sich im Papierkorb auch Fotos. Da wir eine solche Situation schon mal hatten, waren wir alarmiert. Wir kontrollierten unsere Wertsachen... Alles noch an Ort und Stelle. Glück gehabt! Trotzdem gingen wir mit den Bildern zur Chefin. Damit traten wir eine nicht erwartete Lawine los. Die Mädels (16 und 17 Jahre alt) wurden auf der Stelle entlassen und die komplette Crew war völlig außer sich und betroffen. An diesem Abend landeten auf Grund dessen sehr viele Flaschen Wein auf unserem Tisch. Details ersparen wir euch, aber der Abend wurde noch sehr lustig und ausgelassen. Der nächste Morgen war jedoch auch dementsprechend. Alter hatten wir einen Kater!!! Wir schleppten uns mit Sonnenbrillen zum Frühstück, bevor es ans Tasche packen ging. Plötzlich klopfte es an der Tür, zwei der Küchenmädels standen mit Tränen in den Augen in der Tür und entschuldigten sich völlig beschämt für die Mädels bei uns. Oh Gott... Das war wirklich ein kulturelles Drama! Wir nahmen die völlig aufgelösten Tonganerinnen in den Arm und versuchten sie zu beruhigen, dass sie nichts dafür konnten, wir eine Wahnsinnszeit in der Lodge hatten und das es ein blöder Mädelsspaß war. Uns war ja zum Glück nichts abhanden gekommen. Die Kids hatten aber wohl einen ziemlich schwarzen Tag, weil in einem so kleinen Dorf jeder alles erfährt und außerdem direkt zwei neue Mädels eingestellt wurden. Chance auf einen sicheren, gut bezahlten Job vertan. Die Entlassung war nach den Aktionen zwar nur konsequent, dass ganze nahm uns dann aber doch mit. Wir hatten die Zukunft der Beiden zerstört. Wir verließen die Lodge dementsprechend mit gemischten Gefühlen, blickten aber auf eine grandiose Zeit mit den Walen zurück, bei der sich Geduld und fünf Mal raus fahren ausgezahlt hatten. Nun war die Woche, um die wir unsere ganze Reise geplant haben, schon wieder vorbei.


Uns blieben jedoch noch drei Nächte auf Tongatapu. Dafür hatten wir uns in einer Unterkunft im Westen der Insel direkt am Strand eingebucht. Die Begrüßung fiel dort leider ziemlich unterkühlt aus. Obwohl der Strand wunderschön war, wirkte die Anlage eher wie eine Kaserne. Gegessen wurde separat, jeder in seinem Zimmer und auch sonst waren wir so ab vom Schuss, dass wir uns ziemlich verloren gefühlt haben. Dazu kam, dass der nächste Tag ein Sonntag war. Wir wussten ja inzwischen, da läuft in Tonga gar nichts. Auf Nachfrage bekamen wir unser rationiertes Essen aufs Zimmer, Getränke gab es nicht zu kaufen und wir waren einmal mehr froh, die nie genutzten Wassertabletten dabei zu haben. Früher oder später macht alles in unseren Rücksäcken Sinn ;) Zum Glück waren wir verkatert und eh nicht auf große Aktivitäten aus. Wir verbrachten den Tag zwischen Bett und Esstisch. Wir hatten viel Zeit zum Karten spielen... Und wenn das zu langweilig wurde, wurde eben gelesen. Gar nicht mal sooo übel! Am Montag wollten wir dann aber wenigstens mal raus und den einstündigen Walk in das nächste Dorf mit Kiosk machen. Aber es regnete und zwar in Strömen!!! Also wieder Karten spielen. Und weil uns das irgendwann wirklich auf den Sack ging fingen wir tatsächlich an für unsere Ausbildung zu lernen. Eieiei, soweit war es gekommen. Sobald es am Nachmittag kurz aufhörte liefen wir los. Wir mussten raus! Super Entscheidung, denn wir sind wieder nur netten Menschen begegnet und konnten nochmals das schon zu Beginn verspürte Flair von Tonga aufsaugen. Gut gelaunt ging es mit ein bisschen Zucker für die Nerven zurück. Jetzt konnten wir die Ruhe auch wieder genießen. Verrückt was so ein kurzer Spaziergang doch für Glückshormone freisetzt.

Trotzdem waren wir mehr als froh, als es am nächsten Tag mit dem Taxi zurück in die Stadt ging. Wir wollten die letzten Stunden vor unserem Rückflug nach Fiji nochmal durch die Straßen streunen. Wir erwischten einen super Taxifahrer, bei dem wir unser Gepäck im Auto lassen konnten und so zogen wir mit dem nötigsten los. Der gute Mann wartete tatsächlich vier Stunden an ein und dem selben Platz mit unserem ganzen Hab und Gut im Auto. Und ja auch wir hatten ein mulmiges Gefühl dabei und spazierten deswegen nach der Hälfte der Zeit mit einem Bestechungskaffee bei ihm vorbei. Aber all unsere Bedenken waren unbegründet, er freute sich über den guten Kaffee zwar riesig, aber zu unserer Überraschung überreichte er uns, wieder im Taxi angekommen, jedem ein Leder-Turtel-Armband, was er für uns als Andenken auf dem Markt nebenan gekauft hatte. Süß!!! Es gibt sie, diese Menschen die nichts Böses im Schilde führen und die einfach nur eine Freude machen wollen. Wir waren entzückt, denn er bekam den ausgemachten Preis und war mehr als glücklich damit. Ein toller Abschluss für eine unvergessliche Zeit auf Tonga!

Video: https://youtu.be/Hw_y4soQF2Q

 

Fiji Islands - Schlafen, Essen, Tauchen <3

Donnerstag, 21.07.2016

Ein dickes BULA aus dem Paradies. Wer auf einer einsamen paradiesischen Insel am anderen Ende der Welt chillen will, der ist auf Fiji genau richtig! Die Leute sind unfassbar freundlich und haben irgendwie immer gute Laune. Sie lieben es jeden lautstark mit einem dicken "BULA" zu begrüßen, was irgendwie alles bedeutet, aber meistens "Hallo".

Unsere erste Nacht in Nadi war dann aber leider gar nicht mal so entspannt, da wir ein schrecklich quietschendes Hochbett hatten, was aber unserer Topstimmung ansonsten keinen Abbruch getan hat. Endlich wieder in kurzen Hosen und barfuß durch den Sand laufen. Ein mega geiles Gefühl nach der überstanden Eiszeit in Neuseeland. Am nächsten Morgen trauten wir unseren Augen kaum. Felix und Julia sind im gleichen Hostel gelandet wie wir und sind uns morgens an der Rezeption über den Weg gelaufen. Zusammen sind wir dann zur Fähre gefahren und konnten noch ne gute Stunde zusammen auf dem Boot verbringen. Die Beiden hatten nämlich zunächst eine andere Insel gebucht als wir, soviel hatten wir vorher besprochen. In Fiji bucht man nämlich die Insel und nicht das Hotel. Denn auf den meisten Inseln gibt es nur ein Hotel. Die Hälfte der Inseln, die wir gesehen haben, kann man bei einem gemütlichen Abendspaziergang in 10 Minuten locker umrunden. Wahnsinn! Weil wir das Wiedersehen mit Julia und Felix echt gefeiert haben, hat Felix auf der Fähre erstmal vier Bier gekauft und wir mussten damit um 8:30 Uhr am frühen Morgen anstoßen. Nach der Verabschiedung der Zwei sind wir noch 3h bis zum Manta Ray Resort weiter gefahren. Empfangen wurden wir von lustigen Fijianern mit Blume im Haar und Ukulele in der Hand! Danach gabs einen Welcome Drink und anschließend Lunch. Oh mein Gott! Lecker!!!!! Wir haben in einem sehr süßen Baumhaus gewohnt, indem wir uns mehr als wohl gefühlt haben. Wir mussten erstmal ne Runde Schnorcheln gehen, weil das Meer einfach atemberaubend aussah. Man hat sich die ganze Zeit gefühlt, als wäre man Teil einer "ab-in-den-Urlaub-Werbung" und man neigte dazu, nur darauf zu warten, dass die Pappkullise endlich abgebaut wird. Aber das Meer war wohl echt. Das Resort hatte ein Hausriff, was sich sehen lassen konnte. Noch nie haben wir beim Schnorcheln eine so faszinierende Unterwasserwelt sehen können. Glasklare Sicht und eine Vielfalt der Arten... Kaum zu fassen! Und dann gabs da diesen Dive Shop! Verdammt. Wir dachten eigentlich, dass in Australien das letzte Mal getaucht wird, aber wir konnten es nicht lassen und haben einen guten Preis für 5 Tauchgänge in den nächsten 3 Tagen arrangiert.

 

Der erste Tauchgang war direkt super. Die Tauchseite hieß "Golden Gate". Der Name war Programm, da alles voller gelb goldener Weichkorallen war und wir am Ende durch einen langen Tunnel getaucht sind. Haben dabei zwei Rotfeuerfische entdeckt. Obwohl der Tauchgang wirklich schön war, waren wir ein bisschen enttäuscht, da wir gehofft hatten, Mantas zu sehen. Das Manta Ray Resort trägt schließlich den Namen, da es genau an einem Manta Tunnel liegt, den angeblich täglich Mantas passieren. Naja wir hatten ja noch Chancen. Und dann plötzlich am Nachmittag als wir am Strand gelegen haben, kamen die Trommeln. Es wird mehrmals täglich getrommelt. Wenn man das trommeln auf dem Berg hört, bedeutet das, dass es Essen gibt. Wenn aber am Strand getrommelt wird, wurden Mantas gesichtet. Sofort sind einige Leute mit Schnorchelausrüstung ins Meer gerannt, genauso wie wir. Und dann hieß es "Ziiiiieeeeeh!!!!!"! Der Manta kam leider nicht zu uns und wir haben uns abgestrampelt ohne Ende, um die 100 Meter gegen die Strömung ohne Flossen zu schwimmen. Immer wieder wurden wir abgetrieben, aber die Motivation war stark genug um ihm immer näher zu kommen. Und da war er dann, dieser Moment. Der Moment, wenn ein riesiger Rochen direkt vor dir hin und her fliegt. Wir konnten unser Glück kaum fassen!!! Völlig außer Atem haben wir ihn gute fünf Minuten beobachten können, wie er immer wieder um uns herum getänzelt ist. Wahnsinn!!!! 

 

Am nächsten Tag hatten wir wieder zwei Tauchgänge. Auf dem Weg zur Tauchseite passierte es wieder. Wir waren eine coole kleine Truppe von Tauchern auf dem Boot mit noch lässigeren Tauchguides, die wieder Mantas entdeckt hatten. Was sonst ordentlich viel Geld kostet und sonst eher eine Massenveranstaltung war, haben wir dann kostenlos und spontan bekommen. Das Boot hat angehalten und die Guides sagten: "Do you want to jump in?" Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen und sind ins Wasser (diesmal auch mit Flossen). Es war nicht nur ein Manta, sondern gleich FÜNF!!!!! Und diesmal waren sie noch größer als der am Vortag. Ganze drei Meter Spannweite hatten diese majestätischen Tiere. WOW! Danach sind wir wieder aufs Boot und zu unseren zwei Tauchseiten gefahren. Dort haben wir Schildkröten, Riffhaie und ein zwei Meter großen Napoleonfisch gesehen. Zurück im Resort haben wir erstmal Felix und Julia in Empfang genommen. Die waren in der Zwischenzeit, wie geplant, mit der Fähre angekommen. Yippi!!!! Den restlichen Tag haben wir dann zu Viert genossen. Am Abend gab es immer sowas wie ein Bespassungsprogramm vom Resort, was den Charme von Pauschalurlaub hatte. So gar nicht unser Ding! Schrecklich, wenn dann die Reise nach Jerusalem gespielt wird und man sich in den Boden fremdschämt. Am Vortag war es ja noch ganz witzig, aber auch irgendwie zwiespältig. Da hat doch tatsächlich ein Fijianern am Strand Einsiedlerkrebse gesammelt, jeder Tourist durfte sich einen aussuchen, anschließend wurde mit Edding eine Nummer auf die Muschel geschrieben und los ging das Crabbyrennen. Originell, spaßig, aber auch ganz schöne Tierquälerei. Allerdings mussten wir schon ganz schön lachen, als wir am nächsten Tag am Strand die Nummer 8 wieder getroffen haben ;)

 

Bei den letzten beiden Tauchgängen am nächsten Tag sind Julia und Felix mit uns aufs Boot gegangen und wir hatten tolle gemeinsame Dives. Wobei der Letzte etwas kritisch für Kira war, da ihr die Luft ausgegangen ist und der Guide trotz Kommunikation ziemlich entspannt blieb. Wir waren auf 18 Meter und es war bei ihr so gut wie keine Luft mehr im Tank. Panik hat zum Glück auch Kira nicht bekommen, da wir diese Situationen ja erst in Thailand fleißig geprobt hatten. Allerdings konnte Laura nicht aushelfen, da auch ihre Luft nicht mehr für uns Beide gereicht hätte. Dann kam der Moment, der irgendwie schwierig war, weil Kira dann ihr Leben Eddy unserem Guide anvertrauen musste, der wie Bob Marley aussieht und immer so wirkt, als hätte er grade ordentlich einen durchgezogen. Das hat aber reibungslos geklappt und alle sind gesund und munter aufgetaucht. Am Abend haben wir uns wirklich nur noch dafür gefeiert, wie toll doch dieser Ort und unseren derzeitigen Erlebnisse sind und haben ordentlich mit Felix und Julia gefeiert ?

 

Dann mussten wir das tolle Manta Ray Resort verlassen und sind mit der Fähre weiter ins blaue Nichts gefahren. Diesmal hieß das Ziel: Blue Lagoon Lodge. Das Essen war zum Glück auch dort wahnsinnig lecker und es war ebenfalls ein paradiesischer Ort. Wir hatten uns fest vorgenommen, wenig bis gar nichts zu tun und nur zu relaxen. Aber das schien dann doch schwieriger als gedacht zu sein, da der dortige Tauchladen uns wieder angelächelt hat. Wir wollten uns nur informieren, ob ein oder zwei Tauchgänge erschwinglich sind. Darauf haben die dortigen Tauchmaster uns doch ernsthaft erzählt, dass es eine Tauchseite gibt, die eigentlich das Tauchen mit Bullenhaien garantiert. Wir dachten erst, die wollen uns veräppeln, da Taucher sonst nie Garantien versichern, erst recht nicht bei Haien. Dann wurde uns auf Nachfrage erklärt, warum sie das quasi garantieren können. Die Haie werden dort alle 2 Tage gefüttert. Wir fanden das erstmal richtig scheiße, weil wir absolut gegen Anführern sind, bis klar war, dass das sogar mit dem WWF abgeklärt ist. Der Grund für die Fütterung war, dass die Tiere dann, wenn Taucher kommen, nicht mehr hungrig sind. Also eher vom Touristen weg gefüttert werden, als mit Toastbrot an anderen Stellen an. Als Kira gefragt hat, ob es dennoch gefährlich ist, sagten sie: "We don't call it dangerous." Ja dann war ja alles klar. Wir guckten uns kurz an und buchten uns für den nächsten möglichen Termin ein. Natürlich hatten wir schon Haie gesehen, aber keine Bullenhaie. Für die, die davon eher weniger verstehen: Bullenhaie sind zwischen 2,5 und 3,5 m lang und sind die gefährlichsten Haie, die der Ozean so zu bieten hat, da sie zu den aggressivsten ihrer Art zählen. Außerdem wird vermutet, dass circa 80% der Haiangriffe, die auf Menschen verübt werden, fälschlicherweise dem großen Weißen zugeordnet werden. Denn in Wirklichkeit sind es wohl meist die Bullenhaie, da ihr Gebiss, dem des großen weißen Hais, sehr ähnelt. Natürlich hatten wir richtig Schiss, aber die Neugierde war einfach größer. Also sind wir am nächsten Tag mit rausgefahren. Der Tauchgang lief viel kontrollierter ab, als die vorherigen. Es fing damit an, dass unser Tauchguide mit einem riesigen Messer ausgestattet war und wir alle gleichzeitig ins Wasser gehen mussten. Diesmal wurden wir auch ordentlich gebreeft. Wir sind alle dicht zusammen geblieben und sollten uns in knapp 30 Metern Tiefe gemeinsam auf den Boden setzen. Keine Minute mussten wir warten, bis die Bullenhaie sich zeigten. Es waren drei Große ihrer Art. Sie umkreisten uns und waren interessiert, wirkten aber nicht aggressiv. Das, was eigentlich eine Horrorvorstellung ist, war in dem Moment einfach nur wunderschön. Tolle, spannende Tiere und wir Beide waren unter Wasser wieder erstaunlich ruhig. Nicht nur die Bullenhaie waren anwesend, sondern auch einige Riffhaie, die ungewohnt nah an uns heran kamen. Der einzige Moment, der ein wenig riskant war, war als die Gruppe weiter geschwommen ist und Kira das Schlusslicht bildete. Gerade als Kira losschwimmen wollte, kam plötzlich ein Bullshark sehr nahe und sie hatte das Gefühl, dass er ihr gleich in die Flosse beißen würde ;) Bullshark im Rücken ist dann doch ein ungutes Gefühl! Zum Glück ist aber nichts passiert und wir hatten danach noch einen wundervollen Tauchgang. Am Ende des Tauchgangs haben wir die Haie dann nochmal gesehen. Die Hai blieben in der Ferne, ein Schmarotzerfisch hingegen, der sein Leben in der Regel unter einem Hai verbringt und alles isst, was der Hai überlässt, war sehr interessiert bis aufdringlich und turnte bis wir wieder an der Oberfläche waren um uns herum. Wir waren nach dem Tauchgang sehr stolz auf uns und froh, diesen Adrenalinkick gewagt zu haben. 

  

Anschließend hatten wir noch einen entspannten Tag im Paradies. Denn erst am nächsten Tag mussten wir den Weg zurück nach Nadi antreten. Davor haben wir noch an einer Kava-Zeremonie teilgenommen und durften dieses wundervolle Zeug mal probieren. Kava ist ein Getränk, welches in einer großen Schale angerührt wird. Es besteht aus der Kavawurzel und Wasser. Es sieht aus wie eine Matschbrühe und genauso schmeckt es auch. Nach einigen Schalen bekommt man angeblich Halluzinationen. Wir hingegen hatten nur einen tauben Mund und eine kribbelnde Zunge. Man muss es wohl mal probiert haben, wenn man in der Südsee war. Abgehakt ;) Wieder auf der Hauptinsel angekommen, haben wir dann die Hälfte unseres Gepäcks im Hostel gelassen, da wir nur mit 15kg fliegen durften und sind völlig aufgeregt nach Tonga gestartet...

 

Video: https://youtu.be/pFzYsk0vyAs

 

 

Roadtrip NZ Teil 5: Der Osten der Südinsel

Dienstag, 12.07.2016

Nach der tollen Zeit in Milford Sound sind wir an die Ostküste gefahren, was den restlichen Tag in Anspruch genommen hat. Am nächsten Tag konnten wir dann Dunedin unsicher machen. Da die Stadt, für uns, wie immer nicht wirklich interessant war, haben wir uns unserer Lieblingsbeschäftigung gewidmet: der Tierbeobachtung. Wir sind zu einem Albatrossschutzgebiet gefahren, in dem wir eine wirklich tolle und informative Tour durch die Welt der riesigen Vögel bekommen haben. Wir konnten Baby Albatrosse im Nest sitzen sehen. Die Babys waren allerdings schon 5 Monate alt und ordentlich Brocken geworden. Sie wiegen zu diesem Zeitpunkt mit 11-12 kg mehr als ihre Eltern, um ihr Gefieder auszubilden. Zudem haben wir erfahren, dass Albatrosse ein entzückendes Sozialleben haben und bevor sie Eltern werden, sie erst einmal üben. Manche Menschen könnten sich also eine Albatrossscheibe abschneiden :P Sie üben ein Jahr vor der ersten Brut den Nestbau, die Futtersuche und die Paarungskompatibiliät bevor sie ein richtiges Ei legen. Hammer! Wenn's mit dem Partner nicht zufriedenstellend läuft, wird dieser einfach ausgetauscht. Wir waren schon sehr beeindruckt von diesem wunderbaren Geschöpfen mit 3 Meter Spannweite und taten uns schwer die Beobachtung zu beenden.

Nach der Tierexpedition stand jedoch noch ein bisschen durch die Stadt fahren an. Unser Ziel hierbei war die Baldwin Street. Warum eine Straße unser Ziel war? Naja, wir fanden es zunächst auch seltsam, aber die Baldwin Street steht im Guiness Buch der Rekorde und ist die steilste Straße der Welt mit einer Steigung von bis zu 35%. Damit hatte sie unser Interesse geweckt. Sie ist 250 Meter lang und ist inmitten eines Wohngebietes. Wir hatten ordentlich Mitleid mit den Menschen, die dort wohnen. Nicht nur weil diese Straße im Programmheftchen jedes chinesischen Tourguides ist, sondern eben auch, weil man abends nach der Arbeit da erstmal hochlaufen muss. Unfassbar! Danach sind wir weiter Richtung Norden gedüst bis nach Oamaru und unser Tag endete an einem süßen kleinen Campingplatz am verlassen Stadthafen. Der nächste Tag began ähnlich wie der vorherige, indem wir zu einem Naturschutzgebiet 2 Minuten vom Hafen entfernt gefahren sind. Diesmal war es ein Ort für Pinguine. Nicht normale Pinguine, sondern blaue Pinguine. Die gibt es wohl nur in dieser Gegend. Leider mussten wir feststellen, dass die beste Beobachtungszeit abends ist. Da wir am frühen Mittag da waren, konnten wir die Pinguine nur im Brutkasten bestaunen, was aber auch sehr zufrieden stellend war. Zuckersüße kleine Watscheltierchen, die blau schimmern. Anschließend haben wir einen Spaziergang durch die Pinguinhöhlen gemacht und konnten dann nochmals ein, zwei Tiere in ihren Häuschen erahnen. Als wir da gemütlich durch geschlendert sind, haben wir den großen Seelöwen gar nicht bemerkt, der uns immer näher kam. Plötzlich war er keinen Meter mehr entfernt und brüllte uns auf Seelöwenart an. Wir sind erschrocken zurück gewichen und er zog an uns vorbei. Toller Moment!

Nach der Pinguinkolonie ging es weiter nach Akaroa, in der Hoffnung einen Campingplatz zu finden, bei dem wir irgendwie das Halbfinale der EM gucken konnten. Deshalb wurde es auch erst der Zweite, den wir gefunden haben. Dementsprechend mussten wir uns am nächsten Tag aus dem Bett quälen und um 7 Uhr morgens das Spiel gegen Frankreich gucken. Wie wahrscheinlich auch bei euch war unsere Laune während des Spiels gar nicht mal so gut. Noch schlimmer wurde es, als sich zwei Franzosen zu uns in den Fernsehraum gesellten und natürlich ihr Team total gefeiert haben. Nachdem Deutschland verloren hatte, wollten die doch tatsächlich ein Loser-Foto mit uns machen. Grrrrr Manno! Akaroa war dann irgendwie enttäuschend. Hatten gehofft Wale und Delphine dort zu sehen, doch irgendwie haben wir wohl die Saison verpasst, wo die Tiere sich dort direkt an der Küste aufhalten. Uns wurde geraten, dafür besser nach Kaikoura zu fahren. Gesagt getan. Wir hatten nur noch 3 Tage in Neuseeland und Kaikoura lag beim besten Willen nicht auf dem Weg nach Christchurch, denn Akaroa lag nur 80 km östlich von Christchurch auf einer Halbinsel. Trotzdem sind wir die 300 km nördlich gefahren. Es war schon dunkel, als wir in Kaikoura angekommen sind. Wir haben einen kostenlosen Stellplatz in unserer Campingapp gefunden. Der Ort sah allerdings dann aber gar nicht nach einem Stellplatz aus. Um sicher zu gehen, dass das erlaubt ist, haben wir einen Typen gefragt, der in der Nähe Fischbrötchen oder so verkauft hat, ob das klar geht und er sagt nur, dass wir uns mit dem Camper neben die Strandklos direkt am Strand stellen können. Zu diesem Stellplatz gab es einen traumhaften Sternenhimmel dazu, obwohl es später leider ordentlich angefangen hat zu regnen. Je schlimmer das Gewitter wurde, desto grusliger wurde der Ort. Wir hörten die ganze Nacht komische Geräusche und kein Mensch war weit und breit in der Nähe. Überlebt haben wir's trotzdem und am Morgen war uns dann auch klar, woher die Geräusche kamen. An dem Strand war eine riesig große Seelöwenkolonie, die wir in der Dunkelheit am Abend schlichtweg übersehen haben. Keine 500 m von unserem Schlafplätze entfernt, gab es einen Viewpoint, an dem wir beim Frühstück nur so umgeben waren von den ulkigen Kolossen. Wir konnten sogar bis zu einen Meter an sie heran gehen. Da wir so früh waren, konnten wir auch fast alleine mit Ihnen Zeit verbringen.

Eigentlich könnte man meinen, nach diesem wundervollen Morgen hätten wir vorerst genug Tiere an diesem Tag gesehen. Wir hingegen hatten da am Vorabend noch eine Schnapsidee. Wir waren ja nach eigentlich nach Kaikoura gefahren, weil wir unbedingt whale watching machen wollten. Wollten bevor wir in Tonga mit ihnen schwimmen gehen, so ein riesiges Ding wenigstens mal gesehen haben. Die übliche Variante mit einem überlaufenen Boot schiet nach einigen Erfahrungsberichten, wegen schlechter Sicht und Überfüllung aus. Deswegen haben wir uns für die unwesentlich teurere Variante aus der Luft entschieden. Also angerufen, Termin für ne Stunde später gemacht und direkt zum Flugplatz gefahren. Wir wussten ja, dass die Flugzeuge nicht groß sind. Aber Wiegen bevor es uns Flugzeug gehen kann? Ernsthaft? Das war wirklich seltsam und gehört definitiv nicht zu unseren Lieblingsbeschäftigungen. Aber gut, zum Glück war das schnell vorbei und als wir dann wirklich unser Flugzeug gesehen haben, konnten wir unseren Augen nicht trauen. Das Flugzeug war kein richtiges Flugzeug, es sah mehr wie ein Flugzeugmodell aus und wir hatten keinen Schimmer wie wir in diesen kleine Gefährt reinpassen sollten. Haben wir aber! Wir sind auf den Tragflügel geklettert, haben unsere Headsets bekommen, wurden angeschnallt und schon ging's in den Himmel. Unser Pilot war sehr sympathisch und keine 3 Minuten später haben wir den ersten Pottwal gesichtet. Wahnsinn! Da lagen dann 18 Meter Tier im Wasser. Zudem hatten wir eine mega Aussicht auf das Umland: Berge, Wiesen, Schluchten, Felsen und Meer! Unglaublich! Wir hatten das Glück noch 3 weitere Pottwale zu sehen und immer wenn der Pilot Kreise geflogen ist, wurden wir in unseren Sitz gepresst und konnten die G-Kräfte genießen. Was ein geiler Scheiss! Und definitiv jeden Cent wert.

Danach gings die 300 km zurück nach Christchurch. Kurz vor Christchurch haben wir dann leider auf einem ziemlich schrecklichen Campingplatz übernachtet, der weder schön noch hygienisch war. Die Krönung war am Morgen hatten wir eine angenehme kalte Dusche auf gefroren Fliesen bei Minusgraden. Dann waren wir (auf die harte Tour) wach und bereit uns die große Stadt anzugucken. Christchurch ist wirklich eine große Stadt, allerdings bezieht sich das eher auf die Fläche. Die Stadt wirkt ansonsten eher ausgestorben. Zudem kam eine komische Stimmung auf. Besonders die Kirche, nach der die Stadt benannt ist, hat uns beeindruckt. Beeindruckt nicht im positiven Sinne. Die Kirche ist komplett zerstört und sogar die Stützbalken sind größtenteils zusammen gebrochen. Auch der Rest der Stadt ist absolut kaputt und eine Baustelle folgt der Nächsten. Wir waren entsetzt. Wir wussten von den Erdbeben 2011 und 2012. Auch hatten wir schon gehört, dass die Stadt stark beschädigt wurde, aber was wir dort gesehen haben, war heftiger und bewegender, als gedacht. Um einen besseren Überblick über die Stadt zu bekommen, haben wir uns entschlossen mit einer alten Tram eine kleine Stadtführung zu machen. Dadurch lernten wir viele Geschichten zu den einzelnen Gebäuden, die vor 5 Jahren noch elementar für die Stadt waren und jetzt heruntergekommenen Ruinen in einer Großstadt sind. Ebenfalls beeindruckt hat uns das Einkaufszentrum und die entstandene Kunstszene in der Stadt. Da auch das Einkaufszentrum in der Innenstadt komplett zusammen gefallen war, wurde eine provisorische Containerstadt erschaffen, in dem alle Geschäfte zu finden waren, die man so kennt. Das war verrückt. Betroffen von dem Schicksal der Menschen, beeindruckt von dem Erfindungsreichtum und gleichzeitig fassungslos darüber, dass in einer solch westlichen Stadt 5 Jahre nach einem Erdbeben noch so viele Spuren zu sehen sind, sind wir auf einen Campingplatz in der Stadt gefahren. Dort haben wir den letzten Tag in Neuseeland und somit auch den letzten Tag Camperleben unserer Reise ausklingen lassen.

Neuseeland war für uns eine einzigartige Erfahrung, die wir nicht missen möchten, würden aber jedem empfehlen dieses wunderschöne Land im Sommer zu besuchen, außer er mag's kalt und liebt Ski fahren ;) Wir jeden falls freuen uns auf Sommer-Sonne-Strand auf Fiji!!!!

 

Videos:

Nordinsel: https://youtu.be/HOvBQP0Zepo

Südinsel Part 1: https://youtu.be/CtlFMdg1jOc

Südinsel Part 2: https://youtu.be/6DXdmY3q5Nw

Roadtrip NZ Teil 4: Der Westen der Südinsel

Dienstag, 05.07.2016

Nach unserer Nacht auf dem Kinoparkplatz wurden wir um halb 7 unsanft von einer Baustelle geweckt, die sich irgendwie in der Nacht um unser Auto herum gezaubert hatte. Wir hatten kleine Schwierigkeiten aus dem Labyrinth von Baustellenpilonen rauszufahren, hat schlussendlich aber wie immer gut geklappt. Zum Glück war das frühe aufstehen gar nicht schlimm, da eine vielversprechende Strecke auf uns wartete. Die Westküste von der Südinsel soll ja bekanntlich der landschaftlich schönste Teil Neuseelands sein. Dummerweise hat es angefangen in Strömen zu regnen, was uns nicht davon abgehalten hat, einer Sealkolonie einen Besuch abzustatten. Also sind wir bei unserem ersten Stop erstmal durch den Regen gewandert und wurden mit einem tollen Blick auf die Seerobben belohnt. Und nicht nur das, gleichzeitig zeigte der Himmel, was er kann, wenn es regnet und die Sonne scheint. Dieser bot uns einen Blick auf einen riesigen Regenbogen. Also so ein richtiger, ganzer Regenbogen, bzw ein Halbkreis. Das was Wahnsinn und zudem ein Mega naturspektakel!

Unser zweiter Stop war eine Höhle. Wir waren uns nicht sicher, ob sich das lohnt, da wir in Asien ja schon hunderte Höhlen hinter uns gebracht haben. Aber warum keine Höhle in Neuseeland erkunden, dachten wir uns. Die erste Höhle war direkt am Strand und sah von außen gruselig, aber spannend aus. Zunächst sind wir vom Strand aus drauf zu gelaufen und mussten dann feststellen, dass ein reißender Fluss zwischen uns und der Höhle war. Also zurück marsch marsch und einen anderen Weg finden. Natürlich haben wir einen anderen Weg gefunden und natürlich war dieser kein richtiger Weg. Um in die Höhle zu kommen, sind wir einfach eine Autobahnbrücke herunter geklettert, über 2-3 kleine Flüsse und zwischen sehr großen Steinen gewandert und wie sollte es anders sein, hat es immernoch geregnet ohne Ende. Als wir im Cave angekommen waren, bot sich uns ein toller Blick aus der Höhle aufs offene Meer raus. Wir Deppen hatten natürlich unsere Taschenlampe vergessen und konnten damit leider nicht weiter in die Höhle rein und waren gezwungen zu raten, auf welchem Stein unser nächster Schritt sicher ist. Naja pitschnass ging es zur nächsten Höhle, die zwar ganz Anders war, aber eher klein und unspektakulär.

Unser dritter Stop an diesem Tag war eine wunderschöne Bucht, die Naturschutzgebiet für den blauen Pinguin war. Bestimmt durften wir diese eigentlich nicht betreten, sind aber trotzdem rein. Leider konnten wir keinen der blauen Zwergpinguinen finden und sind deshalb weiter gefahren.

Anschließend haben wir bei den Pancake Rocks (die Bilder erklären den Namen ;)) angehalten und sind eine gute halbe Stunde durch eine Felslandschaft gewalked, die aus geschichteten Steinen bestand. Dabei sind wir immer wieder an sogenannten "blow hole" vorbeigekommen, aus denen mit dem Wellengang einhergehen Fontänen spritzten. Wirklich beeindruckend. Danach wollten wir uns am Touristen-Informationscenter natürlich Pancakes reinpfeifen, haben uns aber aufgrund des Preises (20 Dollar für Pancakes???? Euer Ernst?) dagegen entschieden.

Danach sind wir noch eine ganze Weile gefahren und haben endlich unser Tagesziel den Franz Josef Gletscher erreicht. Irgendwie sind wir in so einen Luxus Campingplatz gelandet, der einen kostenlosen Spa hatte. Wow! Himmlisch! Leider haben wir das nicht in Anspruch genommen und haben statt dessen Wäsche gewaschen xD Man muss schließlich Prioritäten setzen. Dann kam die erste Nacht, die nicht nur kalt war, sonder weil in den Bergen am Gletscher, natürlich richtig kalt. Bei Minus Graden campen ist so ne Sache für sich. Für jedes Mal Pipi wird man halt Schock gefrostet. Aber der Heizung im Auto sei Dank, ist das alles gut zu ertragen. Nach dieser Nacht sind wir morgens zum Gletscher gefahren und dachten, dass wir uns das schnell angucken und dann weiter fahren. Normalerweise sind wir mittlerweile gut organisiert und packen uns jedes Mal Proviant ein, wenn wir Wanderungen starten. Diesmal nicht! Uns wurde von 10 Minuten zum Lookout berichtet und sind in eine 2 1/2 Stunden Wanderung geraten. Den Lookout hatten wir wohl verpasst xD. Zum Glück war die Gegend wunderschön und durch das über Stock und Stein und Berg hoch und Berg runter gewatschel wurde uns gar nicht mal so kalt. Wenn man schon mal einen Gletscher in den Alpen gesehen hat, ist der Franz Josef nicht der Reißer. Wenn man ihn aber im Kontext betrachtet, bzw mit der umliegenden Natur, ist es ein wahrliches Phänomen. Denn auf dem Weg zum Gletscher waren wir umgeben von Wasserfällen und einem eisbonbonfarbenen Fluss. Kein Schnee, nur der Gletscher.

Nach der Wanderung waren wir beide erst Mal K.O.. Haben uns aber trotzdem dazu entschlossen, den nicht weit entfernten Fox Gletscher zu besuchen. Wir dachten, dass wir das mit der 10 minütigen Wanderung vielleicht verwechselt haben und wollten noch rasch einen Blick auf diesen Gletscher werfen. Oh man! Schon wieder mussten wir laufen. Weit laufen. Und nicht nur laufen, sondern klettern und Berge besteigen. Es war alles andere als ein gemütliches spazieren gehen und wir hatten ja schon die 2 1/2 Stunden vom anderen Gletscher in den Beinen. Auch dort waren wir wieder gute 2 Stunden unterwegs. Wir empfanden diesen Walk und den Fox Gletscher jedoch als noch schöner als den Ersten. Somit hatte sich der Walk immerhin gelohnt.

Nach unserem Gletschertag waren wir fürs erste overgegletschert und sind am nächsten Tag Richtung Wanaka gefahren. Die Landschaft auf dem Weg war unbeschreiblich abwechslungsreich und wunderschön. Dabei mussten wir doch tatsächlich über 23!!! einspurige Klapperbrücken fahren. Herrlich! Das bedeutete nämlich 23 Mal faszinierend schöne türkisene Flüsse. Am Abend sind wir an einem Campingplatz gelandet mit einer 1 A Sicht auf den Wanaka Lake. In dieser Nacht hatten wir das erste Mal Bodenfrost und am Morgen war alles vereist und das Gras und die Bäume waren übersäht von Eiskristallen. Aus diesem Grund musste die morgendliche Dusche im offenen, nicht geheizten Bad leider ausfallen. Stattdessen haben wir an diesem Morgen "Puzzeling World" einen Besuch abgestattet. Ein Traum für jeden der Illusionen und Rätsel mag. Also war das wie für uns geschaffen! Erst sind wir in 5 verschiedene Räume gegangen, die alle unterschiedliche Themenschwerpunkte hatten. Besonders super, waren die schiefen Räume, in der jegliche logischen Perspektiven im Gehirn ausschaltet werden und auf einmal Berg hoch rutschen kann. Hihi! Wir hatten mega Spaß. Anschließend sind wir in den dazugehörigen Irrgarten. Das Labyrinth war für Erwachsene ausgelegt und der Lösungsweg waren genau 1,5 km. Im Schnitt laufen die meisten aber 4-5 km und brauchen dafür 1-2 Stunden. Wir haben eine gute Stunde gebraucht und unser Zustand war zwischenzeitlich mal wieder irgendwo zwischen Wahnsinn und Lachflash. Stolz wie Oskar haben wir alle Aufgaben im Labyrinth lösen können und haben, nicht wie die Asia Touristen, die immer die Notausgänge raus gegangen sind, den richtigen Ausgang gefunden.

Nach unserem Spiele und Spaß am Morgen haben wir uns dann auf den Weg zum Mount Cook gemacht. Jetzt waren wir wieder bereit für den nächsten Berg mit Schnee. Auch hier war der Landschaftswechsel irritierend beeindruckend. Aus dem frostigen Wanaka ging's ab in die Sandwüste, dann kamen wieder grüne Wiesen mit Schafen und plötzlich befindet man sich in einer Wolke mit dichtem Nebel und Eiskristall geschmückten Bäumen, die an einem türkisenen Fluss stehen. Oben am Mount Cook angekommen haben wir direkt ein deutsches Pärchen getroffen, die wir direkt in unseren warmen Camper eingeladen und einen wirklich schönen Abend zusammen verbracht haben. Am nächsten Morgen sind wir dann zu unserer angesetzten Wanderung aufgebrochen. Wir wanderten durch die schneebedeckten Berge, auf den höchsten Berg Neuseelands zu und passierten zwei Hängebrücken, die über leuchtend türkisenen Wildwasserflüssen hingen. Eine wirklich sehr schöner Walk bei Eiseskälte.

Danach haben wir uns auf den Weg nach Queenstown gemacht. Challenge an diesem Tag war es einen Campingplatz mit gutem Internet oder einem Fernsehraum mit sky. Wir hatten uns einen rausgesucht, der direkt in der Stadt war. Dort angekommen hatten wir tatsächlich Glück und konnten günstig Internet ergattern (wenn schon das Sky im TV Room nicht funktioniert :/) um das Spiel der Deutschen gegen Italien im Viertelfinale zu gucken. Der Campingplatz war ansonsten viel zu teuer und voll. Man hatte ein bisschen das Gefühl am Ballermann Handtuch an Handtuch zu liegen, allerdings mit Campervans. Das war nicht verwunderlich, da in Queenstown Hochsaison war und der Platz wirklich zentral lag. Dieses kleine Städtchen ist der Topspot für Skisport und Partys. Wir entschieden uns am Abend jedoch für unsere paar warmen Quatradmeter, da wir uns für den nächsten Morgen ja dann den Wecker stellen mussten, um um 7 Uhr morgens mit Kaffee und Müsli unsere eigene kleine Party zu Zweit zu feiern, nachdem wir gegen Italien gewonnen haben. Es war für uns noch ein wenig spannender als sowieso schon, da wir wegen der schlechten Verbindung nur jeden zweiten Elfmeter sehen konnten. Am Nachmittag haben wir dann das ultimative Must-Do in Queenstown erledigt. Wir sind in eine Icebar gegangen. Eine Bar, in der es ständig um die minus 9 Grad ist und einfach alles aus Eis ist. Die Gläser, die Möbel, die Bar selbst und dazu gabs noch schöne Eisskulpturen. Das war absolut verrückt. Haben uns dort 2 Cocktails und zwei Kurze gegönnt. Die Kurzen gabs als Partyspaß durch eine eine Eispistolenskulptur. Dabei wurde noch ordentlich Discomusik gespielt und wir waren endlich mal tanzen. Leider war der Tanzkomfort nicht der geilste mit unserem Winteroutfit, aber Spaß hat's trotzdem gemacht. Unser Gläser durften wir nach dem Leeren gegen die Wand feuern, damit das Eisglas ordentlich zerschmettert wird. So witzig! Anschließend waren wir lecker essen und hatten Glück, dass in der Stadt der letzte Tag des Winterfestivals statt gefunden hat und wir damit Zeuge von verschiedenen Bands und einer Motorcrossshow wurden. Natürlich konnten wir danach nicht weiter fahren und sind noch eine Nacht geblieben. "Zu Hause" angekommen kam dann die böse Überraschung. Das Gas war leer... Scheisse! Null Grad und keine Möglichkeit zu heizen. Fette Krise war angesagt, besonders bei Kira der Frostbeule. Wir haben uns jeder 3 Lagen angezogen, die Schlafsäcke ausgepackt und noch 2 dicke Decken draufgepackt. Bis auf nervige Klogänge, war es dann sogar ganz gut auszuhalten. Nur das Frühstück war dann nochmal schwer zu ertragen, wenn man im Auto sitzt und seinen Atem sehen kann.

Zum Glück hatten wir wieder mal ne anständige aufwärmende Strecke vor uns, da unser nächsten Ziel Milford Sounds hieß. Der, wenn man den Neuseeländern glauben mag, schönste Ort hier. Milford Sound ist eigentlich nur 73 km von Queenstown entfernt, allerdings ist das die Luftlinie. Da dummerweise ein kleiner Berg dazwischen ist, mussten wir 300 km um den Berg herum fahren. Milford Sound ist im Südosten und liegt inmitten des Fjordlandes. Der Weg dahin dauert eine gefühlt Ewigkeit. Wir hatten jedoch richtig Glück, dass es angefangen hat zu regnen. Der Regen macht gerade diese Gegend erst richtig magisch und spannend. Überall entstehen Wasserfälle. Wir haben einmal angehalten und haben sie gezählt. Wenn man sich um 360 Grad gedreht hat, haben wir allein an diesem einen Punkt 12 riesige Wassefälle in dieser wunderschönen Berglandschaft entdeckt. Die Krönung war ein 2 km langer unverstärkter (also eigentlich einfach nur ein Loch in den Berg gehauen) Tunnel, der in die Erde zu führen schien. Mega gruselig! Am anderen Ende des Tunnels gabs dann noch mehr Wasserfälle, zum Teil auch über die Straße, auf der wir fuhren. In Milford Sound gab es genau einen Campingplatz, auf dem wir es uns erstmal gemütlich gemacht haben, bevor es am nächsten Morgen aufs Boot ging. Wir waren also in Neuseeland im Fjordland Nationalpark in einem Regenwald umringt von Seen, Bergen und Wasserfällen. Eigenartige Naturmischung, aber endschön.

Wir mussten früh aufstehen am nächsten Tag, da wir eine Bootsfahrt im Milford Sound, also dem Fjord, gebucht hatten. Mit dem Wetter hatten wir dann wiederum Glück, denn an diesem Tag schien zur Abwechslung die Sonne und man konnte die schöne Umgebung nochmal anders wahrnehmen. Die Sonnentage in Milford beschränken sich im Jahr auf ein Minimum, was uns zu noch größeren Glückspilzen machte. Die Schifffahrt war wunderschön, allerdings nicht so spannend wie wir es uns erhofft hatten, da man auch dort jede Menge Berge und Wasserfälle gesehen hat und sich nicht mehr viel änderte. Cool war, dass unser Kapitän mit dem Schiff direkt an die Wasserfälle heran gefahren ist und man teilweise richtig nass geworden ist. Im Anbetracht der Temperaturen war es dann auf Dauer nicht mehr so spaßig draußen zu stehen, bei dem Eiswind der uns zusätzlich um die Ohren geflogen ist. Deswegen war auf der Rückfahrt zum Pier, drin sitzen und Tee trinken angesagt. So richtig warm wurde uns allerdings erst wieder im Auto auf dem Weg in Richtung Ostküste. Den Streckenteil vom Vortag konnten wir nun bei Sonnenschein wieder ganz anders wahrnehmen, denn wo vor ein paar Stunden noch jede Menge Wasser war, nun alles trocken und kein Wassefall mehr zu sehen war. Am Tunnel mussten wir diesmal richtig lange Warten und haben Besuch von Keas bekommen. Keas gibt es nur in Neuseeland und sind die einzigen Papageien, die ganzjährig im Gebirge leben. Sooo coole Viecher. Sie sind schrecklich intelligent und richtig frech. Sie sind einfach auf unserem Auto gelandet und wollten unsere Sachen klauen. Auch die Autos hinter uns haben sie kaum in Ruhe gelassen. Ne mortz Gaudi, die die Wartezeit im Nu verfliegen ließ.

Was wir danach im Süden und Osten der Südinsel noch erlebt haben, lest ihr in unserem nächsten und letzten Artikel aus Neuseeland.

Roadtrip NZ Teil 3: Der Norden der Südinsel

Dienstag, 28.06.2016

Man man man... Das ging ja alles gut los. Der Tag an dem wir mit der Fähre übersetzen wollten hat komisch angefangen. Laura hatte totale Panik vor der Autofähre. Wir sollten um 14 Uhr vor Ort sein, waren aber zu deutsch und erreichten den Fährhafen, nach einem kurzen Intermezzo im Secondhandladen, schon um 12 Uhr. Damit hatten wir ordentlich Wartezeit und konnten bei strömenden Regen die riesige Fähre beobachten, wie die Wellen sie sanft hin und her schaukelten und gleichzeitig gefühlte 1000 LKWs reingefahren und nicht mehr raus gekommen sind. Wir dachten nur die ganze Zeit, dass da sicher kein Platz mehr für uns ist, obwohl wir ja die ersten Deppen waren, die da waren. Als es dann los ging, war es natürlich Schweine eng und schon ne kleine Herausforderung mit nem dicken Campervan in diese Miniparkecke zu fahren, aber im Endeffekt war allet jut.

Nachdem wir in Picton auf der Südinsel angekommen sind, waren wir voller Hoffnung. Jeder, den wir getroffen haben, war der Meinung, dass die Südinsel einfach traumhaft schön sein soll. Für uns war sie zunächst erstmal kalt, zum Glück hatten wir uns im Secondhandladen noch mit Schals und ner dicken Jacke eingedeckt. Am nächsten Tag haben wir uns dazu entschlossen in den Abel Tasman Nationalpark zu fahren. In diesem Nationalpark ist der bekannteste und vermeintlich schönste Walk der Welt, der allerdings über 50km lang ist und um die 3 Tage dauert. Naja... Wir sind trotzdem hin. Vor Ort haben wir einen super Campingplatz gefunden, bei dem das Preis-Leistungsniveau endlich mal gestimmt hat. Wir kamen nachmittags an, aber Laura wollte unbedingt noch mal loswandern. Kira hat sich hinreißen lassen und wir haben diese Traumstrecke mal angewalked. Wir fanden es schön, keine Frage, aber so richtig umgehauen haben uns die ersten paar Meter nicht. Da es schon langsam dunkel wurde, haben wir es bei dem ersten Stop belassen und haben eine Wattwanderung zurück gemacht. Wir wollten es am nächsten Tag nochmal probieren und dann aber richtig loslegen.

 

Ja das war wohl nix. Am nächsten Morgen schüttete es wie aus Eimern und unser Camper stand in einer riesigen Matschpfütze und wir hatten gar keinen Bock mehr auf Natur und Wandern. Zu unserem Glück haben uns aber Felix und Julia überrascht und sind uns besuchen gekommen (Ihr erinnert euch?! Die zwei Weltreisenden, die wir in Thailand und in Australien wieder getroffen haben). Die Zwei waren einfach so geil, weil sie ordentlich Essen und vor allem Alkohol mitgebracht haben. Felix hat für uns nen leckeren Salat gemacht und danach haben wir es ordentlich in unserem Camper krachen lassen, wenn man von einer Party im Auto sprechen kann. Wir haben bis 1 Uhr gequatscht und getrunken. Eine solch langen Abend gab es bei uns schon eine Ewigkeit nicht mehr. Am nächsten Morgen haben wir zu Viert gefrühstückt und haben beschlossen noch einen weiteren Tag dort zu bleiben. Man konnte leider nichts unternehmen, da der Regen einfach nicht aufhören wollte. Aber wir beschlossen das Beste daraus zu machen, denn wir hatten ja gute Gesellschaft beim nichts tun können. Also sind wir erstmal zu Viert 40 km zum nächsten Supermarkt gefahren, um am Abend aufwändig zu kochen und natürlich Bier Nachschub zu holen. Am Nachmittag haben wir uns in das Campingplatzwohnzimmer mit Karmin gechillt und einen Film geguckt. Danach gabs lecker Brokkoli-Schinken-Quiche und als Nachspeise Apple Crumble mit Vanilleeis, während der Ofen in unserer Holzhütte knisterte. Es war Juni und wir hatten die perfekte Weihnachtsstimmung. Zum Abschluss gabs noch ne Runde Doppelkopf. Herrlich und eine angenehme Abwechslung zum Camper-Reise-Alltag. Am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege und wir verabredeten uns erneut für Fidschi.

Wir sind dann Richtung Westport gefahren und haben aufregende Natur auf dem Weg genossen und unter anderem auf einer Hängebrücke getanzt. Wir wollten früh in Westport ankommen, da wir gesehen haben, dass um 15 Uhr "Finding Dory" im Kino läuft. Das Besondere war, dass der Parkplatz vor dem Kino, gleichzeitig unser Übernachtungsplatz war. Deshalb konnten wir ganz entspannt den Film angucken. Danach sind wir noch durch Westport gefahren, was allerdings in 3 Minuten erledigt war. Deshalb ging's zurück zum Parkplatz und weil es so schön war und vergleichsweise günstig, sind wir nach dem Abendessen um 20 Uhr wieder ins Kino gegangen. Diesmal aber in den zweiten Teil von Independence Day. Herrlich, wenn man danach einfach aus dem Kino ins Bett fallen kann :)

 

Nachdem am am folgenden Morgen um uns herum eine Baustelle aufgebaut wurde, verließen wir quasi fluchtartig unser nächtliches Domizil und brachen auf, die Westküste zu erkunden.

Roadtrip NZ Teil 2: Der Süden der Nordinsel

Mittwoch, 22.06.2016

Wir hatten schon davon gehört, dass die Landschaft in Neuseeland der Filmkulisse von "Herr der Ringe" gleichen soll. Ein Grund dafür könnte sein, dass es tatsächlich auch dort gedreht wurde. Es gibt einen Ort namens Hobbiton, in dem die Szenen im Auenland (da, wo die Hobbits wohnen) gedreht wurden. Das wollten wir uns anschauen. Nach ewig langer Fahrt durch grüne Graslandschaften mit Schafen bis zum Abwinken, sind wir dort angekommen. Wir hatten gefühlte Stunden niemanden auf den Straßen gesehen. Und dann... Jede Menge Reisebusse und Menschenmassen ohne Ende. Wir waren schon sehr irritiert, da ja schließlich Nebensaison ist. War uns im Endeffekt aber egal, Hauptsache wir sehen Hobbiton. Deswegen haben wir dann einfach Tickets gekauft und sind in einen, zum Glück nicht soooo vollen, Herr-der-Ringe-Hobbiton-Fanbus eingestiegen. Wir fühlten uns komisch, weil Laura die Filme nie gesehen hat und Kira nicht der größte Fantasyfilmfan war, aber wir nur so von Fantasynerds und natürlich Chinesen umgeben waren. Der lustige Busfahrer erzählte uns zunächst einiges über die Farm auf der in erster Linie 13000 Schafe lebten. Als der Regisseur Sir Peter Jackson genau diese Farm für seinen Film ausgesucht hat, waren alle anderen Farmen in der Gegend natürlich total angepisst, weil dieser Farmer seit dem ausgesorgt hat. Und das nur, weil seine Farm einen See hat neben dem ein großer Baum steht, ähnlich wie in den Büchern beschrieben. Glück muss man haben ;) Nach circa 10 Minuten Fahrt hieß aus aussteigen und unser Guide war schon bereit unsere Walking Tour durchs Auenland zu starten. Irgendwie war es aufregend, ernüchternd und zugleich mega interessant diese Kulisse mal gesehen zu haben. Peter Jackson hat es zustande gebracht, dass wir uns in dieser einzigartigen, aber kompakten Kulisse tatsächlich wie ein Hobbit fühlten. Es war wahnsinnig schön und die detailvolle Arbeit hat diesen Ort einfach magisch gemacht. Die Nerds um uns rum sind alle total ausgerastet, bei dem Gedanken, dass Frodo und Gandalf in diesen Häusern und Gärten herumgeturnt sind. Außerdem hat unser Guide uns erstaunliches Backgroundwissen vermittelt, bei dem wir wohl in Deutschland bei jedem Herr der Ringe Fan Eindruck schinden können. Alles im Auenland war echt. Echte Natur, echt Häuser, echte alte Brücke und und und. Aber es gibt einen Baum, der über Frodos Haus, der künstlich ist. Und dieser besitzt über 10000 Blätter, die in Handarbeit aus Silikon hergestellt worden sind. Und je nachdem welche Jahreszeit es im Film war, mussten diese umbemalt werden, was schon mal 3 Monate dauern kann. Außerdem waren die Zäune vor den Häuser ja neu, mussten aber wie 100 Jahre alt aussehen und wurden mit Joghurt und noch so nem anderen Zeug, bemalt. Außerdem wurden für die Hobbit Verfilmung fünf zusätzliche Häuser gebaut, weil Peter Jackson Angst hatte, Hobbiton könnte zu leer wirken. Im Nachhinein sind die Häuser insgesamt zwei Sekunden zu sehen. Wahnsinns Perfektionismus!Besonders witzig war der Funfact, dass es tatsächlich einen Typen gab, der vor jedem Drehtag und schon 2 Wochen davor täglich, von Wäscheleine zu Wäscheleine laufen sollte, damit das Auenland auch bewohnt und belebt wirkte im Film. Wie bekloppt. Am Ende unsere Führung durften wir noch ins Green Dragon, die Dorfschenke, gehen und haben einen Bierkrug in die Hand bekommen. Alles sah wie im Film aus und das erste Mal auf der Reise waren wir schon gegen Mittag ein wenig angesäuselt.


Schnell uns ein paar Samosas reingehauen und weiter ging die Fahrt bis nach Roturua. Ein wundervolles Städtchen! In der Stadt gibt es eine kleine separate Maoristadt, die nur so übersäht von Geysiren ist. Als wir angekommen sind, haben wir uns Tickets für eine Tour durch die Maori Stadt besorgt und hatten aber noch eine Dreiviertelstunde Zeit bis zum Start. Deshalb sind wir schonmal alleine auf Erkundungstour gegangen und sind um den dortigen See gewandert. Es war unglaublich! Es roch stark nach faulen Eiern, was an dem austretenden Schwefel lag. Überall dampfte es und unsere Umgebung glich einer märchenhaft gruseligen Hexenstadt.

Nach unserem Spaziergang begann die Tour. Unser Guide war selbst Maori und lebte in der Stadt seit seiner Geburt. Es war total spannend etwas über diese Kultur zu lernen und zu sehen, wie altmodisch, aber integriert das Maorivolk lebt. Ganz anders als die Aborigines in Australien. Während die Aborignines von den Europäern überrannt wurden und nie wirklich Fuß fassen konnten in der heutigen Zeit und man eher Angst vor ihnen haben muss, da sie dich überfallen oder einfach nur besoffen auf der Straße rumlungern, machen die Maoris das weitaus besser. Jeder dieser massiv und indianisch wirkenden Maori war total sympathisch, integriert und akzeptiert in die Gesellschaft und trotzdem schafften sie es, ihre Kultur weiter leben zu lassen und diese auch zu pflegen. Die Maori kochen heute noch mit dem heißen Dampf der Geysire und nutzen die heißen Quellen für ein Bad an kalten Tagen. Trotzdem haben sie alle oftmals "westliche" Jobs und man kann sogar ihre Sprache an Maori Schulen und Universitäten lernen und studieren. Sie haben den Spagat zwischen Anpassung und Sicherung ihrer Kultur in weiten Teilen beeindruckend gut gemeistert.

Nach der Tour haben wir uns einen wundervollen Schlafplatz an einem See gesucht. Am nächsten morgen sind wir wieder zurück in die Maoristadt gefahren, da wir zu einer ihrer Tanzshows eingeladen wurden. Die Show war super und obwohl die Bewegungen zunächst befremdlich wirkten, war die ganze Show sehr authentisch und wir haben es sehr genossen. Daraufhin verbrachten wir noch mehr Zeit im Dorf, um mit Einheimischen zu chillen und dort einen Kaffee zu trinken. Dann gings zurück zum Campingplatz, um diesen wunderbaren See mit einheimischen Enten zu bestaunen und zu genießen. Jaa man glaubt es kaum, aber Vogelbeobachtung ist inzwischen sowas wie ein Hobby. Gibt ja sonst kaum Tiere hier :P

Nachdem wir uns endlich mal einen halben Tag Entspannung gegönnt hatten, hatten wir danach natürlich wieder Hummeln im Hinteren und wollten nach Taupo fahren. Nachdem wir ungefähr 5 km gefahren sind, haben wir uns kurzerhand zu einem Umweg von 270 km nach Otorohanga entschieden. Dort gibt es einen Kiwipark, der für die Arterhaltung des Kiwis kämpft. Da wir bis dato noch keinen der Nationalvögel gesehen haben, mussten wir das Ändern. Wir dachten, dass in Neuseeland überall Kiwis rumlaufen würden, aber das ist leider nicht der Fall. Denn auch der Kiwi ist vom aussterben bedroht und noch dazu schwierig in freier Wildbahn zu finden, da es nachtaktive Tiere sind. Dort angekommen, war zunächst erstmal Fütterungszeit bei den Kakarikis. "Wasn dat?" Haben wir uns gefragt. Aber als wir dann im Gehege waren, war es schnell klar. Die Pflegerin drückte uns beiden Vogelkörner in die Hand und dann sollten wir warten. Wir mussten nicht lange warten bis die Kakarikis, also die neuseeländische Form von Papagei, angeflogen kam und uns aus der Hand gefressen hat. Soooo süß und plötzlich waren sie überall. Wir hatten beide im Wechsel immer mindestens einen von den kleinen hungrigen Papageien auf uns sitzen und konnten mit ansehen wie sie brav die Körner aßen. Herrlich! Danach gings ins Kiwihaus. Und da waren sie... Wir hatten noch nie welche gesehen und waren total überrascht über die Größe. Wir hatten kleine Vögel mit langem Schnabel erwartet. Aber Kiwis sind richtig groß, ähnlich wie ein Truthahn, nur viiiiel flauschiger und irgendwie wirken sie so, als würde ihnen Arme fehlen. Wir sollten ganz ruhig sein, da die Tiere sehr scheu sind. Kira kam aus dem Quietschen gar nicht raus, weil sie am Liebsten einen mitgenommen hätte. Dann war auch bei den Kiwis Fütterungszeit und die Pflegerin hat uns vorher erklärt, dass der Kiwi sie angreifen wird, da sie ein sehr ausgeprägtes Territorialverhalten hätten. Der Kiwi ist also nicht das hellste Tier, wenn er seit Jahren den Futterlieferant angreift. Aber gut.... Wir konnten das Spektakel mit ansehen. Kaum war die Pflegerin im Gehege gings schon los. Der Kiwi ist förmlich ausgerastet und hat mit aller macht versucht die Pflegerin zu beißen und ist dabei wild umhergetanzt. Da der Kiwi an sich schon ne ulkige Figur macht, haben wir uns hinter der sicheren Scheibe einen Ast abgelacht. Leider konnte wir keine Fotos vom Kiwi machen, da die Scheibe doppelt verglast war und dem Kiwi ja Nacht vorgeheulte wurde. Schade :(


Nach dem tierischen Abstecher haben wir uns dann doch noch auf den Weg nach Taupo gemacht. Taupo liegt an einem wunderschönen See. Aus diesem See entspringt ein Fluss, an dem wir dann die Nacht verbrachten. Das war ein paradiesischer Ort. Mit einer Liane konnte man sich direkt in den Fluss schwingen lassen, wenn es nicht grade Winter gewesen wäre. Trotzdem haben wir 2 Meter vom Fluss entfernt geschlafen und hatten eine traumhafte Sicht beim Aufwachen. Zum Frühstück wurden wir von Enten belagert, die gerne etwas von unserem Müsli hätten haben wollen. Nix da, aber Kira ließ sich immerhin zu ein paar Brotkrümmeln hinreißen. Nachdem wir uns den Schlaf aus den Augen gerieben haben, sind wir zu den Huka Falls gefahren, die nur 3 Minuten vom Schlafplatz entfernt waren. Wir hatten ja schon einige Wasserfälle gesehen, aber diese waren nochmal anders. Es war ein reißender Fluss, der trotz hoher Geschwindigkeit eine strahlend blau-türkisene Farbe hatte. Wir konnten es kaum fassen, denn der Fluss wirkte wie ein flüssiges Eisbonbon.

Danach waren wir an den Thermalquellen, leider ohne Badeklamotten, sodass wir uns leider nicht in den natürlichen Pools aufwärmen konnten. Dafür haben wir den Tauposee aus allen möglichen Perspektiven bestaunt bis wir uns auf den Weg Richtung Wellington gemacht haben. Der Weg dahin war lang. Wir hatten einige 100 km vor uns. Aber die Strecke hat sich gelohnt! Besonders ein Streckenabschnitt hat es uns angetan. Bisher hatten wir neuseelandtypische Natur als Mischung aus Wiesen, Schafen, Flüssen und Seen erlebt. Aber auf dem Weg nach Wellington waren wir plötzlich in einer Wüste. Überall war Sand und Buschlandschaft und das Irritierendste dabei war der Ausblick auf einen großen Berg mit schneebedeckter Spitze. Verrückt! Es erinnerte uns stark an den Blick auf den Kilimandscharo, aber da war das Umfeld passender als diesmal, da nach 10 minütiger Weiterfahrt man wieder im tiefsten Regenwald war. Die Landschaft hat sich immer wieder schlagartig verändert. Wir hatten bereits vorher gehört, dass das hier so sein soll, konnten es uns aber bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen. Hammer!


In Wellington selbst sind wir nach einstündiger verzweifelter Parkplatzsuche ein bisschen durch die Stadt geschlendert und fühlten uns erneut wie in einer europäischen Stadt. Die Stadt ist sympathisch, aber kein Ort, um ewig zu bleiben. Unser größter Programmpunkt war am nächsten Tag das Te Papa. Das Te Papa ist das Nationalmuseum von Neuseeland und war das mit Abstand geilste Museum, was wir je gesehen haben. Es war interaktiv und eine technische Illustration jagte die Nächste und das in den Themenbereichen Tiere, Naturwunder, Weltkrieg, neuseeländische Geschichte, Maorikultur, Kunst und Weltgeschehen. Wir waren überwältigt und haben nach 4 Stunden im Museum uns weder gelangweilt, noch haben wir bemerkt wie die Zeit verging, leider tickte die Parkuhr. Man hätte locker noch weiter 4 Stunden im Museum verbringen können. Das einzig Teure bei einem Besuch dort ist leider das Parken, denn für das Museum wird kein Eintritt verlangt. Bitte mehr solcher Orte!!!

Für den nächsten Tag hatten wir uns Tickets für die Autofähre auf die Südinsel besorgt. Die sollte noch mehr dieser abwechslungsreichen Natur für uns bereit halten. Wir waren gespannt!

Roadtrip NZ Teil 1: Der Norden der Nordinsel

Donnerstag, 16.06.2016

Aus dem Hostel in Auckland raus, rein ins Taxi und zur Campervermietung gedüst. Als wir dort ankamen, hieß es direkt, wir müssen 250 Dollar latzen für Gas, Sprit und Steuer bla bla. Na toll... Nette Begrüßung. Diese Tante von der Vermietung war höchst unsympathisch und hat was von Straßen gefaselt, auf denen wir nicht versichert seien und uns Schneeketten in die Hand gedrückt. Tolle Wurst! Haben noch nie Schneeketten benutzt und hatten es auch nicht vor. Als wir unser neues Gefährt gezeigt bekommen haben, waren wir ebenfalls ein wenig enttäuscht. Der Neue war nicht wie J.Lo. Er war viel kleiner (gute 1,5m kürzer) und die Luxusgeräte wie Außengrill, TV und anderer Schnick Schnack waren nicht vorhanden. Das was eigentlich gar nicht mal so schlimm, hatten uns aber irgendwie dran gewöhnt. Nun gut, ein bisschen geknickt sind wir dann los und mussten schnell feststellen, dass der Neue trotzdem irgendwie cool ist und wir froh waren unsere neue alte Freiheit wieder zu haben.
Wir sind zunächst in den Norden gefahren und haben uns an der Kowharewa Bay einen schönen Platz am Meer zum Übernachten gesucht. Der Weg dahin war wie erwartet sehr grün. Aber es war nicht nur grün, es war wirklich grün. Also so ganz dolle grün. Die Wiesen und Felder, die Berge und Hügel waren überseht von Kühen und Schafen und hatten dieses einzigartige grün. Die erste Nacht im Camper war grausig kalt. So lange, haben wir (besonders Kira) nicht mehr so gefroren. Zum Glück haben wir einen Heater, den wir mit Gas betreiben können, der uns schön den Popo wärmt.

Am nächsten Tag sind wir weiter gen Norden gefahren und haben am Straßenrand ein Schild gesehen auf dem Glühwürmchenhöhle stand. Da sind wir rasant abgebogen und wollten uns das mal ansehen. Der Weg dahin war keine befestigte Straße und damit war das der erste Versicherungsverstoss und das an Tag 2. Hehe, ups :P Als wir an der Höhle ankamen, wurden wir außerordentlich nett begrüßt. Wir haben eine kleine private Führung von Pai bekommen. Pai ist eine Maori und hat uns erzählt, dass vor 400 Jahren eine Frau im Cave gelebt hat, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann geflüchtet ist. Ihre Ahnen haben Rauch aus der Höhle kommen sehen und daraufhin Martha dort gefunden und aufgenommen. Seit diesem Zeitpunkt kümmert sich Pais Familie um diese Höhle. Inzwischen ist die Familie so groß, dass Pai über 300 Cousins und Cousinen hat. Sie hat uns eine tolle Einführung in ihre Kultur und in die Geschichte ihrer Familie ermöglicht. In der Höhle selbst, konnten wir unseren Augen nicht trauen. Die komplette Decke in der Höhle sah aus wie der Sternenhimmel über dem Ayers Rock bei klarem Wetter (also so stellen wir uns ihn vor :-)). Glühwürmchen sind schon seltsame Tiere. So wunderschön sie in der Dunkelheit wirken, bei Tageslicht sind sie leider hässlich wie die Nacht. Lange braune Würste, die an der Decke hängen und einen glibberigen Faden aus dem Hintern hängen haben. Der Teil, den man als leuchtendes Wunder betrachtet, ist übrigens auch nur das Hinterteil. Durch das Leuchten locken sie Fliegen und Mücken an und simulieren in der Masse den Ausgang der Höhle. Sobald sich also ein doofes Insekt reinlegen lässt, verfängt es sich im Glibberfaden und ein glücklicher Wurm kriegt was zwischen die Kiemen. Das Glühwürmchen lebt 11 Monate als Wurm. Danach beginnt die Metamorphose und er verwandelt sich zunächst für zwei bis drei Wochen in eine von einem Concoon umgebene Puppe. Skurril ist, dass daraus auch ne Fliege wird, die oft auch auf den Trick der anderen Würmer reinfällt und im Glibberfaden endet. Die Wurmfliege lebt nur 3 Tage und muss in dieser Zeit einen Partner finden und sich fortpflanzen. Klingt mega stressig oder? Aber irgendwie auch aufregendes Leben.


Durch den Aufenthalt im Cave hatten wir ordentlich Zeit verloren und uns war klar, dass wir die restlichen 250 Kilometer zwar fahren und aber das Kap erst am nächsten Tag angucken. Deshalb sind wir zu dem nördlichsten Campingplatz Neuseelands gefahren und der war schweineteuer. Bekommen haben wir dafür ne Steckdose fürs Auto, ne verdreckte, eklige, stinkende Campkitchen und Toiletten und Duschen im Afrika-Style. Oh man... Hofften stark, dass das nicht überall so ist. Wir waren froh, dass wir am nächsten Morgen früh da weg konnten und sind zu unserem eigentlichen Ziel Cape Reinga gefahren. Wahnsinn! Der vermeintlich nördlichste Punkt Neuseelands. Es war atemberaubend schön! Wir hatten Glück mit dem Wetter und hatten somit eine 1A Sicht aufs Meer. Genau an diesem Punkt trifft der Pazifik auf das Tasmanische Meer. Dieses Spektakel war sehr gut von einem Hügel zu erkennen, auf den wir geklettert sind. Die Wellen brachen von zwei Richtungen aufeinander und machten die Kulisse, die uns bot, einfach nur perfekt. Das I-Tüpfelchen war dann der kleine weiße Leuchtturm. Überall amWegesrand waren Schilder aufgestellt, die Erklärungen über diesen Ort, den jeweiligen Blick und zur Geschichte der Maori gaben. Es waren emotionale Momente, gefühlt am Ende der Welt zu stehen und das beeindruckende Naturschauspiel beobachten zu dürfen. Ein Ort, den wir beide nicht so schnell vergessen werden, da wir ergriffen von Weite und Freiheitsgefühl gleichermaßen waren. Den Rest des Tages sind wir gefahren... Seeehr weit. Bis spät in die Dunkelheit haben wir uns wieder in den Süden gekämpft.


Am nächsten Tag sind wir dann nach Piha aufgebrochen. Dort sollte es schwarze Strände geben. Das wollten wir sehen. Die Fahrt war anspruchsvoll durch Wälder, über Berge, die schmale, steile, aber viel befahrenden Straßen mit sich brachten. An einem Aussichtspunkt in Piha mussten wir spontan kurz anhalten, um den Blick auf die Küste zu genießen. Der Sand war tief schwarz, es ragten große bewaldete Felsen aus dem Meer und die Berge am Horizont waren von einer Nebelwand umschlossen. Uns bot sich ein Blick voller Endzeitstimmung, der faszinierend, mystisch, aber auch wunderschön war. Wie haben beide sowas noch nie zuvor gesehen und waren beeindruckt. Man hatte das Gefühl auf eine Filmkulisse zu blicken. Schnell sind wir runter gefahren und haben uns das genauer angeschaut. Der Sand ist schwarz, da der Hauptbestandteil Quarz ist. An dem schwarzen Strand haben wir uns dann einen kleinen Spaziergang gegönnt, um diese düstere, aber schöne Stimmung aufzusaugen.

Dann waren wir bereit uns auf den Weg nach Mittelerde zu begeben. Davon dann mehr in unserem nächsten Artikel. Alle Herr der Ringe Fans unter euch werden sich dann besonders über ein bisschen Insiderwissen freuen ;)

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